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8. Württembergische Jahrgangs-Einzelmeisterschaften der Jugend 2019 in Weinstadt

von Thomas Holzapfel

VA1 8835Während die Weinberge im beschaulichen Remstal zu dieser Jahreszeit etwas in den Hintergrund rücken, stand in Weinstadt am zweiten Januar-Wochenende zwei Tage lang der Tischtennissport im Fokus. Wie schon 2017 war die kleine, aber emsige Tischtennisabteilung des TSV Schnait Gastgeber der 8. Württembergischen Einzelmeisterschaften der Jugend. Am Ende wurden in 24 Wettbewerben die jeweiligen Meister ermittelt.

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Zufriedene Gesichter gab es aber nicht nur bei den Siegern, sondern auch beim Veranstalter, also den Verantwortlichen des Tischtennisverbands und bei der Turnierleitung. Für Jürgen Mohr, den Ressortleiter des Tischtennisverbands Württemberg-Hohenzollern, stellt dieses Turnier gleich zu Jahresbeginn einen der Höhepunkte der gesamten Saison dar.

Als Gesamtleiter der größten Nachwuchs-Einzelveranstaltung im Verbandsgebiet ist er während und vor allem vor den Turniertagen enorm gefordert. „Wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung gibt es natürlich immer viel zu planen, vor allem, wenn es um das Auffüllen des Teilnehmerfeldes geht“, sagte Jürgen Mohr, erwähnt aber im gleichen Atemzug, dass „die jeweiligen Bezirke und im Anschluss die vier Schwerpunktleiter im Vorfeld einen hervorragenden Job gemacht haben“. Das Gegenlob lässt dabei nicht lange auf sich warten. „Jürgen hat den Gesamtüberblick und leitet alles in die richtigen Kanäle, er muss hier einen immensen Aufwand betreiben“, meinte Gisela Gaa, ihres Zeichens  Schwerpunkt-verantwortliche im Bereich Mitte. Dass dann am ersten Turniertag trotz zuweilen widriger Straßenverhältnisse pünktlich um 8:35 Uhr alle 192 (!) Teilnehmer pünktlich in der Halle waren, ließ bei den Verantwortlichen dann doch das Herz aufgehen. „Am zweiten Turniertag mussten wir vier Vorrundengruppen dann mit nur drei Spielern durchführen, aber das lässt sich nicht immer vermeiden“, ergänzte Jürgen Mohr, der froh war, dass er direkt vor Turnierbeginn keine unentschuldigten Abwesenheiten hinnehmen musste.

Das eingespielte Turnierleiterteam mit Ute Walkenhorst und Jan Armbruster, das bereits zum siebten Mal in gewohnt souveräner Manier die Teilnehmer durch das Mammutturnier manövrierte, konnte im Vergleich zu den letzten Jahren sogar noch eine Optimierung im Turnerablauf vornehmen. „Wir haben am Anfang zwanzig Minuten eingespart, weil wir nicht alle Vorrundeneinzel aufriefen, sondern die einzelnen Gruppen im Foyer aushingen. Die Teilnehmer konnten dann viel schneller mit dem Spielen beginnen“, erklärte Ute Walkenhorst, die wieder mit viel Herzblut in der Turnierleitung agierte. „Ich brauch eine solche Challenge, ein großes Turnier mit vielen Teilnehmern hat für mich einen besonderen Reiz. Die Württembergischen sind sowieso mein Baby“, sagte die Schönmünzacherin, die im Bezirk Schwarzwald als Ressortleiterin Einzelsport agiert, mit einem Schmunzeln.

Mit Ausnahme einiger auf DTTB-Ebene aktiven Spieler und fünf weiterer Talente, die beim Future Cup in Sachsen-Anhalt im Einsatz waren, konnten die diesjährigen Meisterschaften erneut mit hoher spielerischer Qualität aufwarten. „Die Veranstaltung kommt in jeder Hinsicht gut an“, meinte Jürgen Mohr und freute sich auch auf die Zuschauerresonanz in der zuweilen prall gefüllten Beutelsbacher Halle. Vor allem am Sonntag, als die Jüngsten an den Tischen standen, entdeckte man neben den Trainern und Betreuern doch auch zahlreiche Familienangehörige, die ihren Sprösslingen auf der Tribüne die Daumen drückten. In den Jahrgängen U11, U12, U13 (Sonntag) sowie U14, U15 und U18 (Samstag) wurden in Einzel- und Doppelwettbewerben die jeweiligen württembergischen Meister ermittelt. Bis alle Entscheidungen gefallen waren, mussten 916 Begegnungen absolviert werden. Gleich vier Talente durften dabei in doppelter Hinsicht jubeln, da sie nicht nur die Einzelkonkurrenz gewannen, sondern auch im Doppel ganz oben auf dem Treppchen standen.

Jana Schüle TTC Mühringen 11Bei den Jüngsten in der Altersklasse U11 hießen die württembergischen Meister Jana Schüle (Foto: links, TTC Mühringen) und Nils Wolf (SV Sillenbuch). Die junge Mühringerin ließ bis zum Einzug ins Finale lediglich zwei gegnerische Satzgewinne zu. Im Endspiel traf sie dann mit Isabella Merz auf eine gleichwertige Gegnerin, die bei einer 2:1-Satzführung kurzzeitig die Nase vorn hatte. Jana Schüle gewann dann aber noch mit 8:11, 11:7, 10:12, 11:8 und 11:4. Noch spannender ging es im Doppel-Endspiel zur Sache, in dem sich Jana Schüle mit Partnerin Marie Schneider (SF Salzstetten) das „Double“ sicherte. Der Fünfsatzerfolg über Fatme El Haj Ibrahim/Sophie von Schwerin (VfL Herrenberg/SV Leonberg-Eltingen) stand allerdings auf des Messers Schneide. Bei den Jungs ließ der favorisierte Sillenbucher Nils Wolf nichts anbrennen. Den ersten Satzverlust musste er erst im Halbfinale hinnehmen, im Endspiel setzte er sich dann gegen Alexander Mehnert (SV Leonberg-Eltingen) in vier Sätzen durch. Als kleine Entschädigung durfte sich der junge Leonberger über den Erfolg im Doppel freuen, hier gewann er mit dem Herrenberger Mahmoud El Haj Ibrahim ein spannendes Fünfsatzfinale. Gauthier Bouteille TSV Korntal 01In der U12-Konkurrenz führte kein Weg an Laura Orda (VfL Sindelfingen) und dem Korntaler Gauthier Bouteille (Foto: rechts) vorbei. Orda musste im gesamten Einzelturnier nur einen Satzverlust hinnehmen, auch das Endspiel gegen die zuvor ebenfalls souverän agierende Jolina Fay Leingang (TTC Bietigheim-Bissingen) war eine klare Sache. Im Doppel lief es umgekehrt, hier setzte sich Jolina Fay Leingang zusammen mit Carolin Hardung (TSV Korntal) gegen Laura Orda und Lena Marohn (SpVgg Renningen) glatt durch. In der männlichen Jugend war Gauthier Bouteille nach dem Viersatz-Finalerfolg über Niclas Schurr (TTC Mühringen) obenauf. Auch hier war der Verlauf im Doppel konträr: Niclas Schurr wurde zusammen mit dem Schönmünzacher Maximilian Bill württembergischer Titelträger (3:0 im Finale gegen Gauthier Bouteille und Nils Bauer aus Ditzingen).   

In der Altersklasse U13 waren es – wie zumeist an diesem Wochenende - die nach TTR-Punkten ermittelten Favoriten, die sich am Ende auch durchsetzten. Amelie Fischer war im Einzel nicht zu bezwingen, das Endspiel gegen Rebecca Merz (TGV Eintracht Abstatt) war zugleich die Wiederauflage des Halbfinalspiels der baden-württembergischen Meisterschaften. Wie schon zuletzt im Dezember behielt Amelie Fischer nach vier Sätzen die Oberhand. Mit Jovana Nikolic/Julia  Liebert (DJK Sportbund Stuttgart/TSV Georgii Allianz) gewann ein Doppel, das im Vorfeld nicht jeder auf der Rechnung hatte. Bei den Jungs war gegen den Stuttgarter Peter Waddicor kein Kraut gewachsen, der Angriffsspieler gewann das Finale eines insgesamt hochkarätig besetzten Turniers mit 3:1 gegen Mathis Braunwarth (SC Staig). Braunwarth gab sich hingegen im Doppel mit seinem Vereinskameraden Antonio Lukic keine Blöße.

Cristina Krauß TSV Untergröningen 01Die älteren Jahrgänge ermittelten bereits am Samstag ihre diesjährigen Meister. In der U14-Konkurrenz führte bei den Mädchen letztendlich kein Weg an Cristina Krauß (Foto: links) vom TSV Untergröningen vorbei. Das Talent aus dem Bezirk Ostalb hatte bis zur Vorschlussrunde wenig Aufwand zu betreiben, musste dann aber gegen Alisia Janocha (TSB Schwäbisch Gmünd) eine kritische Phase überwinden. Nach dem 3:2-Halbfinalerfolg wurde das Endspiel allerdings wieder zu einer klaren Angelegenheit (3:0 gegen Bao Ngoc Nguyen aus Neckarsulm). Württembergische Meister im Doppel wurden Malin Rath/Helen Tian (TTC Bietigheim-Bissingen).Felix Tränkle TTC Zaberfeld 01 Besonders souverän agierte Felix Tränkle (Foto: rechts) im Jungen-Wettbewerb, bis auf einen kleinen Ausrutscher in der Vorrunde ließ das Talent vom TTC Zaberfeld in den KO-Spielen keinen weiteren gegnerischen Satzgewinn zu. Auch im Doppel an der Seite des Neckarsulmers Sebastian Binnig ließ er sich nicht bezwingen.

Weiteren Grund zum Jubeln gab es bei der Neckarsulmer Sportunion auch im U15-Wettbewerb. Mia Hofmann marschierte mühelos ins Endspiel, genauso wie Victoria Merz (TGV Eintracht Abstatt). In diesem schenkten sich die beiden nicht viel, am Ende jubelte Mia Hofmann nach einem 11:5 im fünften Satz. Nicht sonderlich überraschend kam dann der Erfolg der beiden topgesetzten Spielerinnen im Doppel, nach vier 3:0-Siegen war der Titelgewinn perfekt. Auch bei den Jungs dominierten die beiden Spieler das Turnier, die in ihren Gruppenköpfen gesetzt waren. Der Einzug ins Endspiel fiel dem Hemminger Lennart Provoznik etwas leichter als Fabian Haid vom SV Leonberg/Eltingen. Nachdem Haid die Halbfinalhürde gegen Daniel Geissel (TTC Mühringen) übersprungen hatte, bewies er gegen Provoznik im Finale beim 6:11, 11:8, 11:7 und 11:9 dank seines sicheren Spiels den längeren Atem. Württembergische Meister im Doppel wurden Tobias Fichter/Koray Kocacimen (TTC Bietigheim-Bissingen/TSG Hofherrnweiler).

VA1 8861Lisa Klett (Foto: links), Sprössling der Tischtennisfamilie aus Betzingen, war die Favoritin in der U18-Konkurrenz. Ihrer Rolle wurde sie dabei auch gerecht, nachdem sie im Endspiel Antonia Walkenhorst (SSV Schönmünzach) glatt in drei Sätzen bezwang. Walkenhorst, die in den letzten beiden Jahren bei den U 18-Mädchen ganz vorne landete, blieb zwar das historische „Triple“ verwehrt, dennoch konnte die Schwarzwälderin auf ein starkes Turnier zurückblicken. Zu einem Finalsieg reichte es „Toni“ Walkenhorst dann doch noch, im Doppel gewann sie mit Evdokia Yankova (DJK Sportbund Stuttgart) nach fünf Sätzen gegen Miriam Kuhnle/Anja Reiner (TSV Untergröningen). Das wohl spannendste und zugleich hochklassigste Endspiel der beiden Turniertage lieferten sich Moritz Kouril und Michael Goll bei den U18-Jungs. VA1 9583Der Kirchheimer Michael Goll (Foto: rechts) sah dabei bei einer 2:1-Satzführung und einem 10:8 im vierten Durchgang bereits wie der sichere Sieger aus, doch der favorisierte Satteldorfer Moritz Kouril, im Ranking knapp zweihundert Punkte höher eingestuft als sein Kontrahent, zog den Kopf noch rechtzeitig aus der Schlinge und gewann mit 10:12, 6:11, 11:9, 12:10 und 11:3. Kouril bejubelte somit das „Double“, da er zuvor auch das Endspiel im Doppel mit Florian Herrmann (SV Westgartshausen) gewann.

Dass bei der Mammutveranstaltung ein Rädchen ins andere griff, lag nicht nur an der Turnierleitung, sondern auch an den Schiedsrichtern. Wie schon in den vergangenen Jahren agierten bei den „Württembergischen“ Lothar Jander und Martin Reinauer als Oberschiedsrichter. Neben Einsatzleiter und Schlägertester waren es dann noch 27 (Samstag) beziehungsweise 30 (Sonntag) Schiedsrichter am Tisch, die ab der KO-Runde am Zählgerät für einen reibungslosen Ablauf sorgten.

Dass die Abteilungsleitung des TSV Schnait den Zuschlag für diese große Veranstaltung erhielt, kam nicht von ungefähr. Bereits 2017 erwies sich die gerade einmal 35 Mitglieder umfassende Abteilung als hervorragender Gastgeber. „Bis auf wenige Ausnahmen waren auch alle Mitglieder an diesen beiden Tagen im Einsatz“, meinte Abteilungsleiter Philipp Würfl, der zusammen mit seinem Amtsvorgänger Stefan Schier die Fäden in der Hand hielt. In der Woche vor der Veranstaltung gab es allerdings noch den einen oder anderen Schweißtropfen zu vergießen, als die für den Tischtransport zuständige Spedition lange mit der Lieferung auf sich warten ließ. „Letztendlich mussten wir eigenständig den Transport der Tische aus Thüringen organisieren“, sagte Stefan Schier rückblickend. Jürgen Mohr zeigte sich am Ende wieder durchweg positiv angetan vom gastgebenden Verein. „Durch die tolle Arbeit vor zwei Jahren hatte der TSV Schnait diesmal die Messlatte recht hoch gelegt. Und man muss sagen, das Team des TSV hat auch diesmal wieder durchweg hervorragende Arbeit geleistet.“

Gesamtübersicht Einzelergebnisse

Fotos: Volker Arnold | TTVWH

Bericht: Thomas Holzapfel | TTVWH

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