Menü

Sonntag, 18.05., 15:00 Uhr: TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT
 
Erstmals seit Mai 2009 ist die Biberacher BSZ-Sporthalle wieder Schauplatz eines internationalen Finales. Das Hinspiel um den ETTU-Cup zwischen den TTF Liebherr Ochsenhausen und dem Rivalen aus der Bundesliga, 1. FC Saarbrücken TT, steht auf dem Programm. Auf der nächsten Seite ein Interview mit Trainer Dubravko Skoric ...

"Unsere Spieler sind ein Jahr weiter"- Interview mit TTF-Cheftrainer Dubravko Skoric

Drei Tage vor dem mit großer Spannung erwarteten Final-Hinspiel um den ETTU-Cup (Sonntag, 15:00 Uhr, BSZ-Sporthalle Biberach) haben wir uns mit TTF-Cheftrainer Dubravko Skoric unterhalten. Wir wollten erfahren, wie der Stand der Vorbereitungen ist und wie er die Chancen einschätzt, den Pokal nach Oberschwaben zu holen. Der erfahrene Tischtennislehrer, der fünfmal mit Charleroi die Champions League gewonnen hat, gab uns präzise Antworten.

 

Sind alle Spieler an Bord, haben alle die WM in Tokio gut überstanden?

"Alles prima, die Spieler sind am 9. Mai aus Japan zurückgekommen und am 10. haben wir das Training wieder aufgenommen. Auch Ryu, der aus Südkorea kam, ist wieder bei uns. Alle Spieler sind gesund und fit und brennen auf das Finale."

Wie ist die Stimmung im Team? Ist eine gewisse Anspannung, vielleicht auch Nervosität, vorhanden?

"Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, die Spieler sind motiviert und gespannt, da sie etwas vorhaben. Von Nervosität spüre ich nichts."

Ist es ein Vorteil, einen Leader wie Ryu mit all seiner Erfahrung dabei zu haben, der sogar schon Olympiasieger war?

"Zweifellos, Ryu ist sehr wichtig für uns. Er hat schon alles erlebt und weiß, wie man Endspiele spielen muss."

Sind Sie optimistisch, dass die TTF es schaffen können?

"Wir haben jedenfalls eine Chance, auch wenn Saarbrücken uns in beiden Ligaspielen geschlagen hat. Es ist alles möglich."

Ist es schwierig für die Spieler, nach einer langen, anstrengenden Saison und nach der WM weiterhin die Konzentration zu halten und sich voll auf die Finals zu fokussieren?

"Das mag schon sein. Doch es ist ja auch so, dass alle heiß sind und etwas erreichen wollen. Da schafft man es schon, sich nochmal voll zu fokussieren und alles zu geben. Außerdem sind die lange Saison und die zurückliegende WM ja ein Problem beider Mannschaften und kein Nachteil nur für uns. Auch die Saarbrücker haben viele schwere Spiele hinter sich und, mit Ausnahme des verletzten Steger, alle in Tokio gespielt. Beide Teams gehen mit gleichen Voraussetzungen in die beiden Endspiele."

Was macht den Gegner besonders gefährlich?

"Das ist eine sehr erfahrene Mannschaft, erfahrener als unsere junge Truppe, mit Ausnahme Ryus natürlich. Dadurch haben sie vielleicht einen kleinen Vorteil, den wir aber durch optimale Vorbereitung und großen Kampfgeist wettzumachen versuchen werden."

Sie haben zwar fünfmal mit Charleroi die Champions League gewonnen, jedoch noch nie den ETTU-Cup. Ist es Zeit für diese Premiere?

"Das stimmt, den ETTU-Cup habe ich noch nie mit einer Mannschaft gewonnen. Es wäre umso schöner, wenn es uns nun gemeinsam gelingen würde. Irgendwann ist immer das erste Mal."

Ist es eine schwierige Entscheidung für Sie, welche drei Spieler Sie im ersten Finale am Sonntag einsetzen?

"Sowas ist nie ganz einfach, wenn alle fit sind und spielen wollen. Aber ich habe mir schon meine Gedanken gemacht, wie es am besten für uns passen könnte."

Das Meisterschaftsfinale vor einem knappen Jahr in Frankfurt ging daneben. Glauben Sie, dass die Spieler etwas daraus gelernt haben?

"Das denke ich schon. Außerdem sind die Spieler nun ein Jahr weiter und haben einiges dazugelernt. Das kann uns schon helfen. Mein Job ist es, die Spieler optimal auf die Finals vorzubereiten und auch mental gut einzustellen. Es muss die richtige Mischung aus positiver Anspannung, Konzentration und Lockerheit gegeben sein. Wenn uns das gelingt, ist alles drin."

Es war eine schwierige Saison mit guten und schwachen Phasen und Verletzungspech. Könnte ein Sieg im ETTU-Cup es am Ende doch noch in eine gute Saison umwandeln?

"Es wäre schon schön und ein versöhnlicher Abschluss eines schwierigen Jahres, wenn wir den Titel nach Ochsenhausen holen würden. Die Mannschaft, der Verein und die Fans hätten es verdient. Das ändert aber nichts daran, dass wir die zurückliegende Saison sehr genau analysieren und uns weiter intensiv Gedanken machen, wie wir die Mannschaft und die jungen Spieler voranbringen."

 

 

Die Saison ist für die Oberschwaben unglücklich gelaufen und stand im Zeichen von Verletzungspech und heftigen Hochs und Tiefs. Den besonderen Umständen geschuldet wurden in der TTBL die Meisterschafts-Play-offs verfehlt. Im Liebherr Pokal-Finale in Stuttgart brachten es Ryu und Kollegen nur ins Halbfinale und in der Champions League wurde der Viertelfinaleinzug verpasst.
Doch nun ist die Chance greifbar, sich durch einen europäischen Titel positiv aus der Saison zu verabschieden und einen mehr als versöhnlichen Abschluss eines schwierigen Jahres herbeizuführen. Dazu müssen allerdings die starken Saarländer bezwungen werden, die als Vierter der TTBL in die Bundesliga-Play-offs einzogen und gegen die man in der aktuellen Saison zwei Punktspiel-Niederlagen hinnehmen musste.
Doch ein Finale ist eine ganz andere Angelegenheit als eine TTBL-Partie und steht unter eigenen Gesetzen. Die Chancen stehen 50:50, zumal die TTF bisher im „Europapokal“ sehr überzeugend auftraten und im Viertelfinale dem spanischen Meister Priego sowie im Halbfinale dem österreichischen Königsklassen-Gruppendritten Wels nicht den Hauch einer Chance ließen.
1. FC Saarbrücken TT - routinierter Gegner mit Kämpferqualitäten
Der 1. FC Saarbrücken hat mit sechs Siegen und drei Niederlagen eine gute Rückrunde in der TTBL gespielt und damit den eher schwachen Saisonstart kompensiert. So verwies man Meister Bremen im Endspurt noch auf den undankbaren fünften Platz und zog in die Play-off-Halbfinals ein. Dort musste man allerdings ersatzgeschwächt, ohne die verletzte Nummer eins Steger, die Überlegenheit der Truppe aus Fulda-Maberzell anerkennen. Das Bundesliga- Gründungsmitglied schickt eine homogene, international erfahrene Mannschaft ins Titelrennen des ETTU-Cups, die von DTTB-Nationalspieler Bastian Steger (33 Jahre, Mai-Weltrangliste Platz 26, TTBL-Bilanz 13:8, ETTU-Cup 4:3) angeführt wird, der allerdings zu Werder Bremen wechseln wird.
Es folgt mit dem langjährigen TTF-Spieler Tiago Apolonia (27 Jahre, WRL 24, TTBL inklusive Play-offs 10:14, ETTU-Cup 3:2) ein Sympathieträger aus Portugal, der in Ochsenhausen noch viele Freunde hat. Allerdings muss die Freundschaft aus verständlichen Gründen für die beiden Endspiele ruhen. Apolonia war zuletzt in sehr guter Form und ist bei den German Open in Magdeburg nur hauchdünn im Halbfinale an Dimitrij Ovtcharov gescheitert. Auch bei der WM in Tokio wusste er zu gefallen. In den beiden Ligaspielen konnte er in dieser Saison immerhin Ryu Seung Min und Liam Pitchford schlagen – die TTF werden folglich vor ihm besonders auf der Hut sein, abgesehen davon, dass man derart wichtige Spiele ohnehin vom ersten Ball an hellwach und top motiviert angehen muss, um bestehen zu können.
Der sehr emotional agierende und kämpferisch immer wieder beeindruckende Bojan Tokic (33 Jahre, WRL 44, TTBL 12:10, ETTU-Cup 2:3) rundet den Kader der Saarländer ab. Nicht von ungefähr hat der Slowene die zweitbeste Bundesliga-Bilanz des 1.FCS vorzuweisen. Als Ersatzspieler steht der 21-jährige belgische Linkshänder Cedric Nuytinck (WRL 203, TTBL 1:3) parat, der in den Play-off-Halbfinals für den verletzten Steger zum Einsatz kam und sich teuer verkaufte.
Wie die TTF waren die Saarländer in der Vorrunde der Champions League in einer extrem starken Gruppe gescheitert und hatten den erhofften Einzug ins Viertelfinale verpasst. Anders als die Ochsenhausener, die als Seiteneinsteiger in den ETTU-Cup dort bisher alles wegfegten, was sich ihnen in den Weg stellte, hatten Steger & Co. Schwerstarbeit zu verrichten, um sich in Viertel- und Halbfinale gegen hoch gehandelte Konkurrenten zu behaupten. Im Viertelfinale unterlag man bei Polens Topklub Bogoria Grodzisk mit 2:3, um das Rückspiel mit dem gleichen Ergebnis zu gewinnen und aufgrund des besseren Satzverhältnisses eine Runde weiter zu kommen. Und das Halbfinale war ebenfalls nichts für schwache Nerven. Nach einem 1:3 bei den starken Franzosen von Stella Sport La Romagne hielt fast jeder die Saarbrücker für bereits ausgeschieden, doch die spielten in der zweiten Partie in heimischer Halle furios auf und machten durch ein glattes 3:0 doch noch das Finale perfekt.
TTF erwarten heißen Tanz und wollen den Cup
Die TTF sind gewarnt, da der Gegner Kämpferqualitäten unter Beweis gestellt und im "Europacup" zweimal in schwieriger Situation den Kopf aus der Schlinge gezogen hat. Ein drittes Mal soll das nicht gelingen. TTF-Cheftrainer Dubravko Skoric hat die Qual der Wahl, da seine vier Akteure längst wieder komplett an Bord sind und darauf brennen, die Saison als ETTU-Cup-Sieger zu beenden. Besonders für den 31-jährigen Ryu Seung Min, der in sein Heimatland Südkorea zurückgeht und dort Trainer wird, wäre es ein Abschied nach Maß. Der Olympiasieger von 2004, der zuletzt im Februar in der Weltrangliste notiert war (Platz 26), führt das TTF-Quartett an. In der Bundesliga hat das charismatische Penholder-Ass eine 14:8-Bilanz verbucht, im ETTU-Cup steht er 3:1.
Es folgt der lange verletzte, 26-jährige Russe Kirill Skachkov (WRL 69, TTBL 4:7, ETTU-Cup 2:1). Der 20-jährige Liam Pitchford (WRL 56, TTBL 11:14, ETTU-Cup 4:0), der bei der WM in Tokio überzeugt und England nach 17 Jahren zurück in die Championship Division geführt hat, ist mit dabei, ebenso wie der erst 19-jährige Franzose Simon Gauzy (WRL 81, TTBL 8:11, ETTU-Cup 3:0).
Die vier wollen gegen Saarbrücken zeigen, welches Potenzial sie als Team besitzen und dass sie deutlich besser sind, als es das mäßige Abschneiden in der Bundesliga vermuten lässt. Am kommenden Sonntag gilt es, alles hineinzuwerfen, um sich - mit den Fans im Rücken - eine günstige Ausgangsposition für das Rückspiel zu sichern. Die TTF-Asse wollen gewinnen - je deutlicher desto besser. Eine echte Herausforderung, jedoch vor stimmgewaltiger heimischer Kulisse keine unlösbare Aufgabe.
Die zweite Partie wird am Samstag, den 31.05.2014, um 19:00 Uhr in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle ausgetragen. Die TTF freuen sich auf zwei schöne, spannende Finalspiele und hoffen darauf, am Ende den begehrten Pokal in Händen zu halten. Und die Zuschauer dürfen sich auf tolles Tischtennis zum Abschluss einer ereignisreichen Saison freuen.
TTF-Präsident Pejinovic setzt auf unberechenbare Jugend und Leader Ryu
Spannung und Vorfreude sind im Verein, in dessen Umfeld, in Ochsenhausen sowie in der gesamten Region bereits seit Wochen zu spüren. Und natürlich auch beiKristijan Pejinovic: „Ich freue mich auf die Endspiele gegen Saarbrücken. Es ist ein namhafter Gegner mit bekannten Spielern. Für uns ist natürlich auch das Wiedersehen mit Tiago Apolonia ein Aspekt. Kurzum: Toller Gegner, tolles Finale.“
Der TTF-Präsident sieht seine Jungs in einer durchaus erfolgversprechenden Position und glaubt, dass die Mischung passt: "Unser Vorteil ist sicher, dass die Spieler noch recht hungrig und durch ihre Jugend auch unberechenbar sind. Und wir haben einen Routinier an Bord mit Ryu Seung Min, der etliche solcher Finals bereits erlebt hat. Die Kombination ist somit sehr interessant." Allerdings hat er auch eine hohe Meinung vom Finalgegner und weiß, dass dieser den TTF alles abverlangen wird: "Die Stärke der Saarbrücker liegt eindeutig darin, dass sie über drei sehr routinierte Spieler verfügen, die die Bundesliga seit Jahren begleiten und Akzente setzen konnten."
Pejinovic sieht den beiden Highlights zum Abschluss der Saison 2013/14 hoffnungsvoll entgegen: „Wir sind froh, dass wir nun diese Chance am Ende einer Saison mit vielen Hochs und Tiefs bekommen. Die Jungs haben jetzt ihr Finale, sie haben es sich verdient, können stolz darauf sein und werden versuchen, das Beste daraus zu machen.“

TTF-Termine
 
Sonntag, 18.05., 15:00 Uhr, ETTU-Cup, Finale, Hinspiel: TTF Liebherr Ochsenhausen - 1. FC Saarbrücken TT
Samstag, 31.05., 19:00 Uhr, ETTU-Cup, Finale, Rückspiel: 1. FC Saarbrücken TT - TTF Liebherr Ochsenhausen

 
 

 

Tischtennisverband Württemberg Hohenzollern | Impressum | Login

Zum Seitenanfang