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b_350_250_16777215_00_images_alt_phocagallery_Matthias_Landfried.jpgMit Matthias Landfried einen Interview-Termin zu bekommen, ist derzeit nicht einfach. Momentan macht der 36-jährige Wendlinger zuweilen die Nacht zum Tag, auf Grund zahlreicher Projekte und Aktivitäten arbeitet er beinahe rund um die Uhr. Geboren in Ostfildern, freut sich der derzeitige Trainer des 1. FC Saarbrücken auf das bald anstehende LIEBHERR Pokalfinale, das in der Porsche-Arena quasi vor der Haustür stattfindet. Im Vorfeld des Stuttgarter Tischtennis-Events unterhielt sich TTVWH-Ressortleiter Thomas Holzapfel mit dem umtriebigen Tischtennis-Funktionär.

TTVWH: Seit vier Jahren bist du Trainer in Saarbrücken. Wie stellt sich die sportliche Situation bei den Saarländern aus deiner Sicht dar?

Matthias Landfried: Zur Zeit läuft es wirklich sehr gut. In der Bundesliga stehen wir aktuell verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, haben vier Punkte Vorsprung auf Fulda und sogar sechs auf Borussia Düsseldorf. Trotz des Einsatzes von Timo Boll gelang es uns, die Düsseldorfer mit 3:0 in die Knie zu zwingen. In der Champions League befinden wir uns in der sogenannten „Todesgruppe“ mit dem Rekord-Championsleague-Sieger Royal Villette Charleroi aus Belgien, dem aktuellen Europapokalsieger ASTT Chartres aus Frankreich und dem kroatischen Weltklasseteam STK Dr. Casl Zagreb, das mit Olympiasieger Ryu Seung Min und dem chinesischen Topspieler Tan Ruiwu aufgestellt ist. Bislang spielen wir eine gute Rolle, können uns sogar aus eigener Kraft für das Viertelfinale qualifizieren. Das Umfeld in Saarbrücken ist gut. Wir haben einen Fanclub, der uns vor, während und nach den Spielen toll unterstützt. Wir haben ein Team, das sich auch privat sehr gut versteht, zwei tolle Hallen, einen professionellen Hallensprecher und den schönsten VIP-Raum der Liga.

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Der aktuelle Herbstmeister in der TTBL (v.l.n.r.): Bojan Crepulja, Trainer Matthias Landfried, Joao Monteiro, Bojan Tokic, Bastian Steger

TTVWH: In der Tischtennis-Szene bist du bekannt wie ein „bunter Hund“ und an vielen Fronten tätig. Nicht wenige bezeichnen dich als positiv Tischtennis-Verrückten. Was sind deine derzeitigen Schwerpunkte?

Matthias Landfried: Seit 1997 betreibe ich einen Tischtennis-Shop und eine Tischtennis-Schule in Wendlingen, zudem bin ich als Trainer aktiv. Sechs Jahre lang trainierte ich die Würzburger in der Bundesliga und Champions League und bin mittlerweile im vierten Jahr in Saarbrücken als Trainer aktiv. Darüber hinaus bin ich auf internationaler Ebene für die slowakische Nationalmannschaft als Trainer tätig. Dabei komme ich viel rum, unter anderem war ich dieses Jahr in Qatar und in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dazu kommen noch Lehrgänge im In- und Ausland, unter anderem zuletzt in St. Petersburg, Barcelona und Paris. Das macht viel Spaß und man sieht auch etwas von der Welt. Wenn ich wieder im Lande bin, versuche ich noch ein bisschen was für meinen Verein vor Ort, den TSV Oberboihingen, zu machen. Viele kennen diesen Verein als Ausrichter der Internationalen TT-NEWS Open.

TTVWH: Das Internetportal TT-NEWS.de hat seit vielen Jahren seine eigene Erfolgsgeschichte. Wie kannst du dir das erklären?

Matthias Landfried: TT-NEWS gibt es seit 1999, schon ein Jahr später war es die größte Tischtennis-Seite Europas. Die Zugriffszahlen gehen von Anfang an ununterbrochen steil nach oben, täglich registrieren sich bis zu fünfzig neue Benutzer bei TT-NEWS. Allein im Forum gibt es mittlerweile über 2,1 Millionen Beiträge aus über 105.000 Themen rund um den TT-Sport. Und von den monatlich über einer Dreiviertelmillion Besuchern haben sich immerhin schon rund 100.000 persönlich bei TT-NEWS registiert. Die Zugriffe liegen im hohen zweistelligen Millionenbereich. Das sind Zahlen und Dimensionen, die auch mich selbst immer wieder aufs Neue beeindrucken.

TTVWH: Anfang 2012 steigt in Stuttgart das LIEBHERR Pokalfinale. Welche Bedeutung hat diese Veranstaltung für dich als gebürtigen Schwaben? Und mit welcher Erwartungshaltung gehst du mit deinem Team in das Pokalfinale?

Matthias Landfried: Für mich als Wendlinger ist das natürlich ein Heimspiel und nach mittlerweile zehn Jahren in Würzburg und Saarbrücken, in denen ich meistens außerhalb von Baden-Württemberg zugange war, freue ich mich darauf, mal wieder vor der eigenen Haustüre aktiv zu sein. Sportlich gesehen wird es sehr schwer, denn wir bekommen es im Viertelfinale gleich mit dem aktuellen Champions League Sieger, amtierenden Deutschen Meister und Pokal-Titelverteidiger Borussia Düsseldorf zu tun. Selbstverständlich ist es schade, wenn schon so früh die beiden derzeit stärksten Mannschaften Deutschlands aufeinander treffen, aber so ist es nun mal im Pokal. Für die Zuschauer ist dies sicherlich interessant, so gibt es schon am ersten Finaltag einen sportlichen Kracher. Ich denke, wir werden in dieser Partie auch unsere Chancen bekommen.

TTVWH: Wie beurteilst Du die Porsche-Arena als Austragungsort von Tischtennis-Großveranstaltungen und wie ist allgemein deine Meinung zu Tischtennis-Events dieser Größenordnung?

Matthias Landfried: Die Porsche-Arena ist eine ideale Spielstätte. Man hat das schließlich auch schon bei der EM 2009 gesehen. Die Bedingungen sind für die teilnehmenden Mannschaften und Zuschauer sehr gut. Generell finde ich es erstrebenswert, wenn man nicht nur in den Hallen der Bundesliga-Vereine spielt, sondern auch in andere Regionen geht, auch in Arenen in großen Städten. Allerdings muss es dann auch maximale Bemühungen auf allen Ebenen geben, dass diese Arenen zuschauermäßig voll werden. Spielen wir in Saarbrücken vor tausend Zuschauern, dann ist das ein echter Hexenkessel. In einer Eventhalle wie der Porsche-Arena braucht man drei- bis vier Mal so viel Zuschauer, um eine ähnliche Stimmung zu erreichen. Dafür müssen die Organisatoren im Vorfeld etwas tun.

TTVWH: Die letzte Frage geht in die Zukunft. Was sind deine kommenden Herausforderungen? Und welchen Aktivitäten gilt zukünftig das Hauptaugenmerk?

Matthias Landfried: Aktuell ist es eine sehr stressige Phase, da wir in Wendlingen ein Wohn- und Geschäftshaus umbauen und dort in den nächsten Monaten umziehen werden. Dann kommt zum Alltagsgeschäft mit dem Shop und TT-NEWS eben noch die zeitliche Belastung als Trainer. Aus diesen zeitlichen Gründen werde ich im kommenden Jahr versuchen, die Prioritäten etwas zu verlagern. International werde ich weiterhin tätig sein, aber ich habe in Saarbrücken schon vor der Saison klar gestellt, nachdem ich nochmal für ein weiteres Jahr überredet wurde, dass dies definitiv meine letzte Spielzeit sein wird. Rund 250 Kilometer als einfache Strecke sind auf Dauer einfach nicht machbar. Ich habe jetzt mit Würzburg und Saarbrücken ein Jahrzehnt vollgemacht, war mit beiden Vereinen in der Champions League vertreten, mit Würzburg zweimal im Europapokalfinale und einmal Deutscher Meister, mit Saarbrücken jetzt Herbstmeister, alles in allem eine tolle und erfolgreiche Zeit. Vielleicht ist es auch nicht mehr die größte Motivation, ein elftes oder zwölftes Jahr nach Grenzau oder Ochsenhausen zu fahren. Aus diesen und anderen Gründen habe ich auch sehr frühzeitig dem SV Plüderhausen abgesagt, bei dem ich als Trainer und Manager festgestanden bin, nachdem ich mein offizielles Engagement dort schon um ein Jahr verschoben hatte.

Fotos: privat

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