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Foto: Volker ArnoldInterview mit dem FSJ-Mitarbeiter Sergej Ginkel (SC Berg)

Er hat bereits viel erlebt in seinen 23 Lebensjahren – ein junger Mann zwischen zwei Kulturen und gesellschaftlichen Systemen, der ein Ökologie-Studium in Donezk/Ukraine und ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Augsburg absolviert hat.  Doch die letzten vier Monate waren etwas ganz Besonderes: „Ich habe viele Erfahrungen gemacht und es ist so gelaufen, wie ich wollte.“

Sergej Ginkel (Foto: Volker Arnold) klingt zufrieden, während er als Zuschauer beim Deutschen Pokalfinale in der Stuttgarter Porsche-Arena in das weite Rund schaut. Dabei blickt er zurück auf die jüngste Vergangenheit, als er beim SC Berg (Bezirk Ulm) ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit vielen Tischtennis-Aufgaben begann: „Es war ein ständiger Wechsel zwischen Training und Organisieren, zwischen den Trainingsstunden in der Schule, im Verein und dem Bezirkskadertraining – genau das wollte ich, es war nie ermüdend.“  Dabei lobt er besonders den Tischtennis-Abteilungsleiter Gerhard Scheuing: „Er ist ein sehr guter Organisator, er hat mir geholfen, vieles zu lernen.“ Genau diese Planung hält er auch für das Gelingen des Vereinslebens als entscheidend. „In der Ukraine habe ich einfach nur Training gemacht während meiner Studienzeit, hier spielt die Organisation eine große Rolle.“

Und tatsächlich hat Sergej ein abwechslungsreiches Wochenprogramm: „An 4 Schulen in Berg und Ehingen, davon drei Grundschulen, leite ich jeweils mehrere Tischtennis-AG-Gruppen, dazu dreimal die Woche das Jugendtraining beim SC Berg. Zusätzlich zu meinen FSJ-Tätigkeiten kommt das Bezirkskadertraining  mit Lehrgängen.“ Kinder hat er also fast rund um die Uhr um sich. Doch damit nicht genug. Auch am Wochenende dreht sich alles um Tischtennis. „Samstags helfe ich, damit der Jugend-Heimspielbetrieb beim SC Berg läuft.“ Und der Klub hat immerhin 12Teams am Start, davon 6in der Jugend – da gibt es jede Menge zu tun: organisieren, betreuen und vieles mehr. Lob bekommt Ginkel von Ulms Jugendwart Wolfgang Laur: „Er macht bei den Bezirkslehrgängen einen gigantischen Job.“

Wie hatte sich Sergej das Jahr als Trainer im FSJ vorgestellt? „Insgesamt ist es sehr gut. Ich dachte, dass ich mich noch mehr mit den Kindern und Tischtennis beschäftigen könnte. Aber als Trainer in den Schul-AGs ist man vor allem Erzieher.“ Daneben gilt es immer viel mit den Schulen zu organisieren, sei es die Hallenbelegung oder das Tischtennis-Material. Erfahrungen, die Sergej mit vielen Trainern von Schul-AGs teilt. Der Blick hinter die Kulissen hat ihm beim SC Berg schwer beeindruckt: „Ich habe den gesamten Betrieb im Verein, aber auch im Bezirk und Verband kennen gelernt, das bekommst Du als Spieler gar nicht alles mit, kannst Dir das gar nicht vorstellen.“ Großes Lob hat er auch für die Trainerausbildung des Verbandes übrig. Mit Beginn seines FSJ hatte er sich für die C-Lizenz-Ausbildung angemeldet. Im April will er seine Prüfung ablegen. „Das ist alles super, man könnte es nicht besser machen. Ich habe viele Leute kennen gelernt und würde mir wünschen, dass René Werlé mein Trainer ist.“ Der TTVWH-Ressortleiter für Aus- und Fortbildung hat ihn als Referent beeindruckt, das ist seinen Erzählungen deutlich zu entnehmen.

Auch als Spieler konnte sich Sergej in den Vordergrund spielen: In der 1. Herren-Mannschaft des SC Berg blieb er in der Kreisklasse A als Spitzenspieler ungeschlagen. Dann der große Coup: Die Bezirksmeisterschaften Ulm fand in der Herren A-Klasse einen Überraschungssieger: Sergej Ginkel. „Das war gut, aber ich bin noch kein so guter Spieler. Das hier in der Porsche-Arena ist großes Tischtennis“, blickt er mit leuchtenden Augen auf die gerade laufende Top-Begegnung Crisan – Apolonia. Ein weiterer großer Wunsch ging für Sergej an diesem 6. Januar in Stuttgart in Erfüllung. Eine Sitzreihe hinter ihm hat sich das Team aus Fulda eingefunden. „Waldner und Wang Xi so nah zu sehen, das ist ein Traum.“ So etwas hatte Sergej bisher nicht erlebt.

 

Thomas Walter

 

Die wichtigsten Fakten zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ)

  • Alter: zwischen 16 und 27 Jahre
  • Arbeitszeit: 38,5 h/Woche
  • 25 Bildungstage
  • 26 Urlaubstage
  • Taschengeld z.Zt. 300 Euro/Monat (incl. Unterkunfts- und Verpflegungspauschale)
  • Sozialversicherung (KV,AV,RV,PV)
  • Dauer: i.d.R. 12 Monate
  • Beginn: 1. September 2012

-> Bewerbungen: Der TTVWH bietet interessierten Vereinen und Bezirken an, das Bewerbungsverfahren für interessierte junge Menschen durchzuführen. Dazu gehören die Veröffentlichung von Stellenanzeigen in den TTVWH-Medien (Newsletter, TTVWH-Homepage) sowie die Durchführung der Bewerbergespräche.

-> Eine weitere Möglichkeit ist die Einstellung eines Bundesfreiwilligen. Hier können auch ältere Interessenten eine entsprechende Aufgabe im Tischtennissport übernehmen.

Ausführliche Informationen auf der Homepage des Landessportverbandes Baden-Württemberg. Die dort ansässige Baden-Württembergische Sportjugend (BWSJ) organisiert das FSJ und den Bundesfreiwilligendienst:

http://www.lsvbw.de/cms/iwebs/default.aspx?mmid=1073&smid=2947

-          dort die Links „FSJ“ und „Bundesfreiwilligendienst“ anklicken

-          Weitere Informationen und Berichte von ehemaligen FSJ-Absolventen beim SC Berg gibt es auf http://www.sc-berg.de/fsj

-          Einen Bericht über die ehemalige FSJlerin des Bezirks Alb, Johanna Weidle, gibt es auf der TTVWH-Homepage: s/1ovo


Interessierte Vereine und Bezirke melden sich bei unserem Referenten für Sportentwicklung, Ulrich Schermaul, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 0711/28077-606

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