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Werner Nüssle 01Jettinger Werner Nüssle Oberschiedsrichter bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der U18-Jugend in Böblingen

Werner Nüssle lehnt sich im Böblinger Tischtenniszentrum in seinen Stuhl zurück. Der Jettinger strahlt eine Ruhe aus, die fast schon ansteckend ist, Stress haben hier scheinbar nur andere. Der 56-jährige war am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der U18-Jugend als Oberschiedsrichter aktiv – und meisterte mit seinem vielköpfigen Schiedsrichterteam die anstehenden Herausforderungen in souveräner Manier.

 

Stress scheint dem Jettinger Werner Nüssle ein Fremdwort zu sein. Nicht nur beim Interview, wo er seine Antworten stets bedacht und wohlüberlegt formuliert, sondern auch in seiner Ehrenamtsfunktion als Oberschiedsrichter lässt Nüssle keine Unruhe aufkommen.Werner Nüssle 02Eine Charaktereigenschaft, die ihm in seiner Rolle als Unparteiischen zweifelsohne zu Gute kommt. „Heute waren es nur zwei gelbe Karten, die unsere Schiedsrichter zücken mussten“, sagte Nüssle nach dem ersten Turniertag der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der U18-Jugend, die in Böblingen ausgetragen wurden. „Hier geht es recht fair zu. Auch in punkto Schlägerqualität gibt es kaum etwas zu bemängeln. Die Besten aus der U18-Jugend spielen sowieso alle mit recht neuen Schlägern, so dass es bei den visuellen Belagskontrollen keine Beanstandungen gibt“, so Nüssle weiter. Am zweiten Turniertag, als die Entscheidungen um die deutschen Meistertitel anstanden und zwei Sieger von KO-Paarungen erst nach Auszählung der einzelnen Bälle feststanden, war Nüssle’s Kompetenz etwas mehr gefragt. Zudem setzte es bei den Mädchen eine gelb-rote Karte, die einen Punktabzug zur Folge hatte. Die betroffene Spielerin war zuerst mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden, im weiteren Verlauf wurde ihr eine kleine Unbeherrschtheit mit dem Spielball zum Verhängnis, so dass sie die zweite gelbe Karte vor die Nase gesetzt bekam. „Unser Schiedsrichter hat in diesem Zusammenhang die richtige Entscheidung getroffen, die Spielerin sah das natürlich etwas anders“, sagte Werner Nüssle, der dieser Situation dennoch etwas Positives abgewinnt. „Im Prinzip ist es gut, dass in unserem Sport auch mal Emotionen gezeigt werden. Eine Totengräberstimmung will man im Tischtennis ja auch nicht haben. Aber es ist natürlich wichtig, dass man die Regeln einhält.“  

Der 56-jährige weiß, wovon er spricht. Selbst seit vielen Jahren beim VfL Oberjettingen als Spieler aktiv und mit der ersten Mannschaft in der kommenden Saison in der Bezirksklasse am Start, hat er stets den Bezug zur Basis und kann bei Turnieren unter seiner Verantwortung einschätzen, wann er eingreifen muss und wann nicht. Die Deutschen Meisterschaften der besten Jugendteams stellen indes auch für ihn einen Höhepunkt im Jahreskalender dar. In Böblingen war er als Oberschiedsrichter für den ordnungsgemäßen und regelkonformen Turnierablauf verantwortlich. Angefangen hatte es mit der Einteilung der Schiedsrichter im Vorfeld, kurz vor Turnierbeginn leitete er die Sitzung der Unparteiischen und während des Turniers war er als „Mädchen für alles“ für den flüssigen Verlauf dieser prestigeträchtigen Veranstaltung zuständig. „Siebzehn Schiedsrichter, beinahe allesamt aus dem württembergischen Tischtennisverband, sind hier in Böblingen an den Tischen aktiv“, sagt Werner Nüssle, der stets auch ein Auge auf die Luftfeuchtigkeit im Böblinger Tischtenniszentrum warf. „Wir mussten schauen, dass wir in den Pausen gut durchlüfteten“, so Nüssle.

Werner Nüssle 06Nüssle’s Schiedsrichterkarriere auf Verbandsebene begann bereits 1992, diverse Lehrgänge mit abschließenden Prüfungen mussten damals überstanden werden. ‚Anfangs bin ich ohne großen Hintergrund in die Sache reingeschlittert’, gibt der Jettinger unumwunden zu – und ist seither immer am Ball geblieben. Inzwischen ist der Jettinger als internationaler Schiedsrichter und nationaler Oberschiedsrichter bei hochkarätigen Veranstaltungen zugange. „Im März war ich bei den German Open in Bremen als Tischschiedsrichter aktiv“, sagt Nüssle, der bald wieder auf Reisen geht. Ende dieses Monats fährt Werner Nüssle mit seiner Frau an die Nordsee. Beim einwöchigen Urlaub heißt es dann Kräfte zu tanken für die nächste Herausforderung in Sachen Tischtennis, schließlich ist er im Anschluss bei den Senioren-Europameisterschaften im finnischen Tampere (29. Juni bis 4. Juli) als Unparteiischer gefragt. Weitere Bewerbungen hat der 56-jährige bereits angestoßen. Werner Nüssle: „Mit den Einzelweltmeisterschaften 2017 in Düsseldorf und den German Open im nächsten Jahr in Berlin werfen schon wieder hochkarätige Veranstaltungen ihre Schatten voraus. Ich habe diesbezüglich mal meinen Namen in den Ring geworfen. Ob ich dann am Tisch als Schiedsrichter im Einsatz sein werde, entscheiden die entsprechenden Gremien. Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn es klappen würde“. Werner Nüssle sieht diesen Entscheidungen – wie es seinem Naturell entspricht - ganz gelassen entgegen.

Text: Thomas Holzapfel

Foto: Volker Arnold

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