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b_350_250_16777215_00_images_alt_phocagallery_2014_Tokio_WM_24_April_bis_6_Mai_(636)_(3)(1).jpgFernsehauftritt zur besten Sendezeit bei TV Tokio in Japan

Wer möchte nicht einmal gerne Japan und seine Hauptstadt Tokio mit seinem knapp 40 Millionen Menschen umfassenden Großraum besuchen,  in das faszinierende Flair dort eintauchen sowie den Kontakt mit seinen so unterschiedlichen aber überaus freundlichen und sehr hilfsbereiten Menschen suchen? TTVWH – Vizepräsidentin Heike Mucha und Corinna Haugwitz (Rotenburg, TTV Niedersachsen) waren als einzige beide Deutsche „Blue Badge Umpire“, bei den Tischtennis Mannschaftsweltmeisterschaften von Montag, den 28. April bis Montag, den 05. Mai in Tokio im Einsatz.

 

Sehr viel gab es dort beim Tischtennis,  mit den 65 internationalen „Blue Badge“ Kollegen, den 73 japanischen Schiedsrichtern,  aber auch abseits des Sports, bei der Erkundung von Land und Leuten (soweit zeitlich möglich),  für beide Damen, zu erleben und erfahren. Ein Hauch von Abenteuer  mit eingeschlossen. "Ein Trip nach Tokio ist eine Reise in eine andere Welt. Fast alles ist anders, neu und man sieht und erlebt wirklich unglaubliche Dinge!"

Heike Mucha bringt es mit wenigen Sätzen genau auf den Punkt. „Jeder wird mit viel Respekt und sehr freundlich behandelt. Ich finde die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit. Viele Leute fragen von sich aus, ob sie dir helfen können. Es sind absolut unglaublich viele Personen unterwegs. Nicht nur in der Stadt, sondern auch außerhalb. Durch viele Bahnhöfe strömen täglich über 2 Millionen Leute. Die Häuser sind sehr klein. Oft sieht es von außen aus, als ob eine Wohnung nur ein Zimmer hat. In Japan selber finde ich es sehr sauber. Auch und vor allem in Zügen und U-Bahnen. Es liegt nirgends etwas herum und ständig wird auch an öffentlichen Plätzen geputzt.  Es wird sehr  viel Wert auf Ordnung gelegt. Sobald wir das Hotel verlassen, müssen wir unsere Akkreditierung vorzeigen um den Weg zum Richtigen Bus gewiesen zu bekommen. Sobald wir einsteigen, müssen wir diese nochmals vorzeigen. In der Halle ist es nicht anders“.

Schon seit 1985 als Schiedsrichterin ist Corinna Haugwitz aktiv, während Heike Mucha, auch an Jahren deutlich jünger, ihre steile Schiedsrichterkarriere erst 2002 beim TSGV Waldstetten startete. Bereits 2006 gelang mit der Ernennung zur Nationalen Schiedsrichterin ein erster Erfolg. Schon zwei Jahre später (2008) legte Heike dann erfolgreich die Prüfung zur Internationalen Schiedsrichterin ab und ging 2011, bei der Einzel- und Doppel – WM  in Rotterdam, als Lehrgangsbeste aus der „Blue Badge – Prüfung“ hervor. Noch im Herbst des gleichen Jahres, nach mehreren sehr positiven Beurteilungen, wurde ihr der  Status „Blue Badge“ verliehen und darf sich seither somit selbst zur Internationalen Tischtennis – Schiedsrichter – Elite zählen. Schon beim ersten großen Turnier, in Dortmund während der Team – WM  2012 leitete sie zusammen mit Claudia Möller das Damen - Finale China gegen Singapur. Weitere internationale Einsätze in Ungarn, Schweiz, Österreich, Niederlande und Schweden folgten.

b_350_250_16777215_00_images_alt_phocagallery_Mucha-Heike_Haugwitz-Corinna_privat.jpgBeide Damen starteten am Donnerstag, den 24. April in Frankfurt/Main und erreichten das 9396 Kilometer entfernte Tokio (von Schwäbisch Gmünd aus), dann, einen Tag später,  am Freitag, den 25. April über den stadtnahen Flughafen Haneda. Vor dort war es ein Katzensprung ins Shinagawa Prince Hotel, im gleichnamigen Stadtteil, in dem sich im Übrigen auch die deutsche Nationalmannschaft während der WM einquartiert hatte.

Da bis zum WM - Beginn am Montag noch etwas Luft war, wurden recht kurzfristig noch zwei touristische Ziele angesteuert. Erst ging es am Samstag  raus aus der Großstadt zum Lake Tanuki, der am Fuße des Fuji – san (bei uns als Fujiyama bezeichnet) liegt, dem japanischen Wahrzeichen und höchsten Berg im Land der aufgehenden Sonne. Später ging es wieder zurück ins unüberschaubare Verkehrschaos der Großstadt. Der „Tokyo – Tower“ war das für Sonntag anvisierte Ziel. Der Nachbau des Pariser Eiffelturms hat  zwei Aussichtsplattformen. Eine auf 125 Metern und eine auf 223 Metern. Die Hauptaussichtsplattform (125 Meter) verfügt zudem über ein Café und über einen Glasfußboden, der einen Blick nach unten erlaubt. Nur an ganz klaren Tagen ist von dort aus auch der Fuji – san zu sehen. Im Anschluss  wurde dann auch noch einem Tempel in der Nähe ein Besuch abgestattet.

Von Montag, den 28. April an, gehörte der Fokus und die ganze Konzentration dann aber ungeteilt der Tischtennis - WM. Im Yoyogi – Stadium im Stadtteil Harajuku (Championship Division der Damen und Herren/Halle 1) und dem Tokio – Metropolitian – Gymnasium  (alle anderen Divisionen/Halle 2) kämpften die teilnehmenden Nationen nicht nur um WM – Ehren, sondern auch um Auf- und Abstieg aus den einzelnen Divisionen. Insgesamt 140 Schiedsrichter (davon 67 internationale „Blue Badge Umpires“ und 73 japanische Schiedsrichter (vor allem in Halle 2) sorgten dabei für einen beispiellos reibungslosen Ablauf.

Mittendrin dabei Corinna Haugwitz und Heike Mucha. Jeweils 2 Mannschaftsspiele waren pro Referee in wechselnden Teams an jedem Tag zu bewältigen, wobei die zu leitenden Begegnungen des nächsten Tages, jeweils erst am Abend zuvor, den Schiedsrichtern mitgeteilt wurden. Für Heike ging es gleich am ersten Tag, mit je einem Einsatz an den Fernsehtischen 1 und 3, richtig heftig los. Am zweiten und dritten Tag folgten je zwei Einsätze in der Halle 2 mit den Divisionen zwei bis fünf, während am vierten Tag dann erneut zwei Einsätze in der Halle 1 an den Fernsehtischen einen ersten Höhepunkt bildeten. Am fünften Tag folgten etwas überraschend zwei weitere Einsätze an den TV – Tischen. Die zweite Partie, mit der Viertelfinalbegegnung Japan gegen Portugal, die vor vollem Haus (9000 Zuschauern) stattfand, war trotz des 3:0 Endergebnisses,  für die Gastgeber recht emotional.

b_350_250_16777215_00_images_alt_phocagallery_Mucha-Heike_VF-WTTC-2014.jpgAm darauffolgenden Samstag, hatte Heike den Tag über frei, musste dafür aber am Abend, ab 19.30 Uhr schon wieder an einem Fernsehtisch und bei voller Halle, bei der Damen – Viertelfinalbegegnung Japan gegen Niederlade ran. Nach fast vier Stunden Spielzeit war der japanische 3:2 Sieg nicht nur eine Erlösung für die gastgebenden Spielerinnen, sondern auch für Heike Mucha, die ihre Aufgabe wie gewohnt sehr souverän und konzentriert meisterte. An den letzten beiden Tagen wurde Heike, aufgrund der Strapazen der Tage zuvor, eine Auszeit gegönnt. Sie war lediglich noch als Ersatz eingeplant. Schwierig auch als Schiedsrichter zum Einsatz zu kommen, wenn die Akteure aus dem eigenen Land in Finale stehen.

Der letzte Einsatz allerdings blieb dann Corinna Haugwitz vorbehalten. Sie durfte zusammen mit Carlos Alberto Paraiso Da Silva aus Portugal das Damenfinale zwischen Japan und China leiten. Bevor es allerdings dazu kam, wurden so ziemlich alle, am Finalmontag des 05. Mai um 5.20 Uhr japanischer Zeit, sehr unsanft geweckt. Ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der nach oben offenen Richterscala, ließ mit seinem Zentrum südlich der Hauptstadt und in 160 Kilometern Tiefe, auch Tokio richtig heftig erbeben. Alle Teilnehmer, darunter auch Heike schilderten es so: „ Das Erdbeben war sehr deutlich zu spüren. Etwa wie wenn man in einem Bett liegt und jemand dies sehr heftig in Bewegung setzt. Auch die Wände des Hotels haben sich deutlich bewegt.“ Laut Erdbebenwarte gab es seit dem Beben von Fukushima vor drei Jahren, keines mehr mit einer solchen Intensität.

Nach den Finalspielen am Montag, dem letzten der drei Feiertage der „Goldenen Woche“, gab es am Abend noch eine Abschlussfeier im Hotel. Dann hieß es früh schlafen gehen. Denn bereits am nächsten Tag wurden alle um 11 Uhr am Hotel abgeholt und zum Flughafen Haneda gebracht. Dort startete die Maschine pünktlich um 14.05 Uhr zum Direktflug nach Frankfurt. Trotz aller Strapazen überwiegt,  bei den deutschen Schiedrichterinnen, das erlebte und gesehene trotz allem deutlich alles andere. Beide würden, ohne groß nachzudenken, mit Handkuss sofort wieder ein Angebot für so eine Aufgabe annehmen.

 

 

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