Menü

Beim großen Stelldichein der Tischtennisjugend stimmte allesFabian Altrieth NSU Neckarsulm 03

 Bereits zum siebten Mal fanden am zweiten Januar-Wochenende die württembergischen Jahrgangs-Einzelmeisterschaften statt. Diesmal war die Tischtennisabteilung des TSV Betzingen Gastgeber des zweitägigen Mammutturniers, in dem die besten Jugendlichen aus den fünfzehn Bezirken im TTVWH-Gebiet ihre Meister ermittelten. Sowohl sportlich als auch organisatorisch war das Turnier wieder ein voller Erfolg.

Gleich zu Beginn des Jahres sind die Verantwortlichen im Tischtennisverband über Maßen gefordert, gilt es doch, mit den württembergischen Jahrgangs-Meisterschaften eines der größten Nachwuchsturniere im TTVWH-Gebiet über die Bühne zu bringen. Dies gelang wieder einmal in beeindruckender Manier, da in allen Bereichen ein Rädchen ins andere griff. An den zwei Turniertagen wurden 24 württembergische Meistertitel in den unterschiedlichen Altersklassen in Einzel und Doppel zu vergeben. Bis die ersten Ballwechsel absolviert wurden, war viel Vorbereitungsarbeit notwendig. „Es dauert natürlich seine Zeit, bis die 384 Teilnehmer feststehen“, sagte Jürgen Mohr, Ressortleiter Jugendsport im TTVWH, „hier waren im Vorfeld auch die Schwerpunktleiter gefordert, die eine gute Arbeit machten.“ An den beiden Turniertagen hielt sich der Stress dann in Grenzen, insgesamt musste man lediglich vier Absagen hinnehmen. Jürgen Mohr: „Es lief alles in geordnete Bahnen.“ Lobende Worte hatte Jürgen Mohr – nicht zum ersten Mal – für die Turnierleitung um Ute Walkenhorst und Jan Armbruster übrig. „Ich bin begeistert, wie souverän die beiden agieren. Egal, welches Problem es zu meistern gilt, sie lassen sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen.“   

Minh Thao Nguyen NSU Neckarsulm 01Etwa neunhundert Spiele wurden am Wochenende ausgetragen. Bei den Jüngsten in der Altersklasse U 11, die am Sonntag ihren Wettbewerb durchführten, ließ die Neckarsulmerin Minh-Thao Nguyen in Vor- und Endrunde nur einen gegnerischen Satzgewinn zu und holte sich somit verdientermaßen den Titel der württembergischen Meisterin. Carolin Hardung (TSV Korntal) musste dies im Endspiel neidlos anerkennen. Mussten die Teilnehmerinnen aus dem Bezirk Böblingen in den Einzeln etwas früher passen, waren sie dafür im Doppel nicht zu schlagen. Sophie von Schwerin und Laura Orda (SV Leonberg/Eltingen/VfL Sindelfingen) gewannen das Endspiel gegen Carolin Hardung und Partnerin Jolina Fay  Leingang (TTC Bietigheim-Bissingen) nach vier Sätzen. Pascal Timke (TSV Sielmingen), Sohn von TTVWH-Vorstandsmitglied Melanie Timke, ließ bei den Jungs nichts anbrennen, er bezwang im Endspiel den Mühringer Niclas Schurr (3:1). Gemeinsam mit seinem Bruder Silas schaffte es Niclas Schurr auch ins Doppel-Endspiel, wo es gegen Gauthier Bouteille/Matej Haspel (TSV Korntal/GSV Hemmingen) nichts zu holen gab.Rebecca Merz TGV Eintracht Abstatt 01

Rebecca Merz (TGV Eintracht Abstatt) und Mathis Braunwarth (TSV Langenau) dürfen sich gleich in doppelter Hinsicht württembergische Meister nennen. In der U 12-Konkurrenz beherrschten sie sowohl die Einzel- als auch die Doppelwettbewerbe. Rebecca Merz holte sich ohne Satzverlust ihre beiden Titel. Im Einzel gewann sie das Finale gegen die Stuttgarterin Jovana Nikolic, im Doppel mit der Neckarsulmerin Klara Bittihn konnte  sie ebenfalls von Jovana Nikolic (und Partnerin Julia Liebert) nicht gestoppt werden. Mathis Braunwarth musste auf dem Weg zum Triumph nur zwei Sätze abgeben, im Doppel mit dem Staiger Antonio Lukic waren es drei.

Cristina Krauß (TSV Untergröningen) und Helen Tian (TTC Bietigheim-Bissingen) waren im U 13-Wettbewerb die gesetzten Spielerinnen, die dann auch den Titel im Endspiel unter sich ausmachten – mit dem besseren Ende für die Bietigheimerin. Was Cristina Krauß im Einzel verwehrt blieb, schaffte sie im Doppel, zusammen mit Vereinskameradin Lotte Groß wurde sie württembergische Meisterin (3:1 im Endspiel gegen Talia Eksilmez/Sarah Jocher aus dem Bezirk Böblingen). Im Wettbewerb der U 13-Jungs bewies Philipp Aßfalg (SC Staig) die beste Tagesform, glatt in drei Sätzen gewann er gegen Leo Jägerhuber von der TSG Hofherrnweiler. Jägerhuber schaffte es dafür im Doppel mit Vereinskamerad Christian Lange ganz nach oben auf’s Treppchen.

Leon Lühne SV Sillenbuch 01Die älteren Jahrgänge ermittelten bereits am Samstag ihre diesjährigen Meister. In der U 14-Konkurrenz führte bei den Mädchen kein Weg an Victoria Merz von der TGV Eintracht Abstatt vorbei, die im Vorjahr in der Altersklasse der U 13-Mädchen noch Zweite geworden war. Das Talent aus dem Bezirk Heilbronn marschierte, genauso wie die an Nummer zwei gesetzte Kayra Bekir (TSV Illertissen) ohne Satzverlust ins Endspiel, das dann jedoch viele Spannungsmomente beinhaltete. Mit 11:7 im fünften Satz setzte sich Victoria Merz durch. Auch im Doppel war die Abstatterin obenauf, zusammen mit der Heilbronnerin Melanie Schrag gewann sie in vier Sätzen gegen Kayra Bekir und ihre Vereinskollegin Isabel Hipp. Bei den U 14-Jungs, bei denen die vier topgesetzten Spieler auch im Halbfinale standen, war der favorisierte Sillenbucher Leon Lühne nicht zu stoppen, im Endspiel gewann der  Bezirksligaspieler des SV-Männerteams in drei Sätzen gegen Lennart Provoznik (GSV Hemmingen). Auch im Doppel hieß es „Lühne vor Provoznik“: Leon Lühne und Teamkollege Ole Wedekind wurden württembergische Meister durch ein 3:0 über Lennart Provoznik und dessen Vereinskamerad Jens Reichert.Justin Kühne VfL Herrenberg 01

Was Miriam Kuhnle vor einem Jahr in Weinstadt bei den U 14-Mädchen schaffte, gelang ihr diesmal im U 15-Wettbewerb: Das Talent vom TSV Untergröningen hielt sich bis ins Halbfinale schadlos, musste dort aber gegen die äußerst unangenehm zu spielende Kamila Shevtsova (NSU Neckarsulm) alles geben, um sich in fünf Sätzen gegen die Penholderspielerin durchzusetzen. Im Endspiel gelang Miriam Kuhnle dann ein glatter Dreisatzerfolg über Hedi Hegedüs von der SG Aulendorf. Kathrin Kuhn und Annika Müller (beide TSF Ludwigsfeld/Bezirk Ulm) waren im Doppel nicht zu bremsen und ergatterten durch ein 10:12, 11:7, 11:8 und 11:7 über die Allgäuerinnen Anja Egeler/Hedi Hegedüs den Titel. Ein vergleichbares Szeanrio offenbarte sich im Jungen-Wettbewerb, wo der an Position eins geführte Herrenberger Justin Kühne im Halbfinale gegen den Neckarsulmer Julius Aichert bereits die Niederlage vor Augen hatte. Doch ein Matchball wurde erfolgreich abgewehrt und beim 12:10 im fünften Satz hatte der Neu-Herrenberger doch noch die Nase vorn. Beflügelt von diesem Zittersieg war er im Endspiel dann gegen Michael Goll (SV Nabern) beim 3:0 obenauf. Mit Bezirkspartner Jan Thomas Kronich (SV Leonberg/Eltingen) holte Kühne das Double, das Doppelfinale wurde in fünf Sätzen gegen Paul Kilian/Andronikos Mavromichalis (SC Buchenbach/TTC Gnadental) gewonnen.

Antonia Walkenhorst SSV Schönmünzach 01„Das hier ist mein Wohnzimmer“, sagte Antonia Walkenhorst bereits im Vorfeld des Turniers und spielte dabei weniger auf die Betzinger Sporthalle als vielmehr auf das Turnier im Allgemeinen an, das sie in den unterschiedlichsten Altersklassen in den letzten Jahren bereits mehrmals gewann. Die Titelverteidigerin aus dem Schwarzwald, Tochter von Turnierleiterin Ute Walkenhorst, kam nur durch eine Art „Wildcard“ in den Genuss der Turnierteilnahme, nachdem ein anderer Schwerpunkt eine Absage zu verzeichnen hatte und seinerseits das Feld nicht auffüllen konnte. Gehandicapt durch eine Schultergelenksverletzung konnte Antonia Walkenhorst zudem die letzten drei Wochen nicht trainieren. Allen Widrigkeiten zum Trotz marschierte die Schönmünzacherin im U18-Wettbewerb dennoch von Runde zu Runde, jeweils mit 3:1-Erfolgen gelang der Sprung vom Achtelfinale bis ins Endspiel, indem sie auch gegen Celine Henseling (TTC Bietigheim-Bissingen) mit 11:5, 11:7, 6:11 und 11:7 die Oberhand behielt. Die beiden Antonia’s aus Schönmünzach (Antonia Walkenhorst und Antonia Bernhard) blieben dann auch im Doppel siegreich, der Fünfsatzerfolg im Endspiel gegen Lisa Klett/Leah Sulz (TSV Betzingen) stand allerdings auf des Messers Schneide (6:11, 7:11, 13:11, 13:11, 12:10). Mit Fabian Altrieth gewann bei den Jungen ein Akteur, den nicht alle auf der Rechnung hatten. Doch der Nackarsulmer mit seinem guten Ballgefühl setzte sich in den KO-Spielen gegen die Mitfavoriten Christian Wessels (TTC Mühringen) und Moritz Kouril (SpVgg Gröningen-Satteldorf) durch, um dann das Endspiel gegen Arthur Rannaud (TV Murrhardt) klar in drei Sätzen für sich zu entscheiden. Die beiden Leonberger Zwillingsbrüder Alexander und Felix Schappacher holten sich den Titel im Doppel durch ein 3:1 über Moritz Kouril und seinen Partner Florian Herrmann (SV Westgartshausen).Pascal Timke TSV Sielmingen

Eine Herausforderung war es im Vorfeld, die Schiedsrichter zu organisieren. An den 24 Tischen in der großen Sporthalle, der Nebenhalle und dem kleinen Gymnastikraum waren die Unparteiischen ab der KO-Runde dauerhaft im Einsatz. Die beiden Oberschiedsrichter Martin Reinauer und Lothar Jander waren während der beiden Turniertage stets „Herren der Lage“, auch Schlägertester Lukas Eichhorn und Einsatzleiterin Melanie Timke hatten das Geschehen im Griff. Lukas Eichhorn: „Die Jugend ist in punkto Schlägertests sehr wissbegierig. Viele wollten wissen, nach welchen Kriterien ein Schläger überprüft wird und wenn ein Schläger einmal durchfiel, wurde dies auch anstandslos hingenommen.“ Jürgen Mohr fand es durchweg positiv, wie die Jugendlichen mit dem Schiedsrichterwesen konfrontiert wurden. „Lukas Eichhorn bewies dabei viel Einfühlungsvermögen, vor allem im Umgang mit den ganz jungen Spielern, die sicherlich zum ersten Mal einen Schlägertest absolvieren mussten“, sagte Jürgen Mohr. In Sonderfunktion als „Evaluierer“ war Hans-Peter Wörner in Betzingen unterwegs. Er nahm den ambitionierten Schiedsrichternachwuchs unter die Lupe, der auf der Schiedsrichter-Karriereleiter weiter nach oben steigen möchte.

Last but not least zollte der Jugendsport-Ressortleiter Jürgen Mohr ein großes Lob an die Gastgeber vom TSV Betzingen. „Es ist toll, mit wieviel Herzblut die Betzinger Tischtennisabteilung hier zu Werke ging“, so Mohr, der den beiden Betzinger Urgesteinen Gerald Horner (76 Jahre alt) und Wolfgang Lohse (82) größten Respekt entgegenbrachte. Gerald Horner, seit fünfzig Jahren Abteilungsleiter beim TSV, konnte sich wieder einmal auf sein eingespieltes Team verlassen. „Das funktioniert bei uns recht gut. Wir richten ja recht oft derartige Turniere aus, auch im Bezirk sind wir seit Jahrzehnten Gastgeber für Ranglisten und Meisterschaften. Allein im Catering haben wir an den zwei Turniertagen 36 Leute eingeteilt“, meinte Gerald Horner, der zudem froh ist, dass er sich mit Christoph Rabe, Ingolf Klett und Jörg Pfeiffer auf drei engagierte Stellvertreter in seinem Verein verlassen kann. Der traditionsreiche Verein, der vor allem im Damenbereich schon große Erfolge auf internationaler Ebene feiern konnte, nimmt derzeit mit sechzehn Aktiven- und Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil und dürfte sicherlich nicht zum letzten Mal Gastgeber einer Veranstaltung dieser Größenordnung gewesen sein. 

Ergebnisse TTVWH-Jahrgangsmeisterschaften Jugend

von Thomas Holzapfel; Bilder von Volker Arnold

Tischtennisverband Württemberg Hohenzollern | Impressum | Login

Zum Seitenanfang