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SiegerehrungDüsseldorfer Ära halt an: Timo Boll führt die Borussia zum vierten Pokalsieg in Serie – Fuldaer Aufholjagd wird nicht belohnt

Wirklich auf den allerletzten Drücker leitete Fuldas Nummer drei Jonathan Groth die Aufholjagd gegen Borussia Düsseldorf im Deutschen Pokalfinale ein. Und viel hat am Samstag in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena letztlich nicht zum lang ersehnten Titel für den TTC gefehlt. Trotzdem mussten die Fuldaer am Ende den Düsseldorfern mit Timo Boll, Patrick Franziska und Panagiotis Gionis wieder einmal zum Finalsieg gratulieren – zum dritten Mal in Folge.

Foto: Sektdusche zum 24. Pokalsieg - (von links) Physiotherapeut Ole Nauert, Timo Boll, Panagiotis Gionis, Patrick Franziska und Trainer Danny Heister

SiegpunktAnders als in den vergangenen Jahren gingen die Düsseldorfer nicht als haushoher Favorit in die Endauspielung. Nach großem Verletzungspech in der Vorrunde liegt der Rekordmeister derzeit nur auf Rang vier. Auch Timo Boll konnte nach seiner Knie-OP Ende September noch nicht in Bestform sein. Zudem musste die Borussia beim Final-Four Turnier auf Sharath Kamal Achanta verzichten. Der Inder befand sich in seinem Heimatland bei den Nationalen Meisterschaften. Die Voraussetzungen waren also nicht gerade ideal für den Seriensieger der vergangenen Jahre.

Die erste Bewährungsprobe bestanden die Westfalen im Halbfinale gegen den TTC Schwalbe-Bergneustadt. Steffen Mengel, Benedikt Duda und Ricardo Walther hat der Außenseiter drei deutsche Nationalspieler in den Reihen. Eine wirkliche Chance hatte der TTC vor 3500 Zuschauern allerdings nicht: Es setzte ein deutliches 0:3. Am nächsten an einem Punktgewinn für seine Mannschaft war Ricardo Walther gegen Düsseldorfs Nummer drei Panagiotis Gionis (1:3). Timo Boll tat sich vorerst schwer. Ihm waren die Nachwirkungen seiner Knie-OP man bei seinem 3:1-Sieg gegen Benedikt Duda noch anzumerken.

Foto: Timo Boll war mit zwei Erfolgen im Finale wieder einmal der gefeierte Held. Im Entscheidungsspiel schlug er Ruwen Filus mit 3:0.

Mattenets Verletzung bremst Saarbrücken aus  

Mehr Spannung bot das andere Halbfinale am Nachbartisch. In dem setzte sich der TTC Fulda-Maberzell gegen den Tabellenführer der Tischtennis-Bundesliga 1. FC Saarbrücken durch. Diese Begegnung entwickelte sich auch zum Duell der nominell größten Fangruppierungen auf den Rängen. Knackpunkt war sicherlich das dritte Einzel. Dieses gewann Jonathan Groth gegen Saarbrückens Routinier Bojan Tokic im Entscheidungssatz. Die Saarländer mussten verletzungsbedingt auf Adrien Mattenet verzichten. Für ihn rückte der 20-jährige Italiener Leonardo Mutti ins Team. Mit der Erfahrung von erst einem Bundesligaeinsatz schlug er sich wacker, war aber in den Einzeln gegen Ruwen Filus und Wang Xi ohne echte Siegchance. Den Punkt für Saarbrücken holte Tiago Apolonia.    

Wang XiAbwehr-Angriff Spektakel im Finale

So standen sich im Finale einmal mehr der TTC Fulda Maberzell und Borussia Düsseldorf gegenüber. Insgesamt fünf interessante Angriff-Abwehr Duelle boten großen und unterhaltsamen Sport. Auch schon in der ersten Begegnung zwischen Fuldas Nummer eins Wang Xi und Timo Boll. Wang Xi führte schnell mit 1:0 in Sätzen, zeigte sich gegenüber dem Halbfinale deutlich verbessert. Nach sieben vergebenen Satzbällen im zweiten Durchgang musste er aber den Satzausgleich hinnehmen. Nach einem offenen Schlagabtausch hatte Timo Boll im Entscheidungssatz die Nase vorn.

Foto: Fuldas Nummer eins Wang Xi konnte sich nach dem Halbfinale deutlich steigern.

Mit der Düsseldorfer Führung im Rücken spielte es sich für Patrick Franziska im zweiten Spiel etwas leichter. Der Nationalspieler ist, so Trainer Danny Heister, momentan nicht in Topform. Doch sein Spiel gegen Abwehrstratege Ruwen Filus wurde zu einer deutlichen Angelegenheit (3:0). Es roch nach einer frühen Entscheidung, als Jonathan Groth gegen den Defensivkünstler Papagonis Gionis schon mit 0:2 Sätzen zurücklag. Aber der Däne blieb kämpferisch. Fortan suchte er nicht mehr so früh die Entscheidung in den Ballwechseln. Er wirkte sicherer in seinem Topspinspiel und biss sich zum 12:10 in Satz fünf durch.

Meng GrothWoche für Woche herantasten“

Anschließend zeigte Wang Xi eine starke Leistung beim 3:0-Sieg gegen Patrick Franziska. Und so kam es zum Showdown zwischen Timo Boll und Ruwen Filus. Mit all seiner Routine und etwas Glück im zweiten Satz machte der deutsche Vorzeigespieler den Sieg perfekt und wurde einmal mehr zum Erfolgsgarant.. Und pünktlich zum Pokalfinale machte er somit einen weiteren Schritt zurück zu alter Stärke. „Heute erging es mir erstaunlich gut. Vor Weihnachten sah das noch ganz anders aus. Ich muss mich Woche für Woche herantasten.“

Die Fuldaer gaben sich trotz der großen Enttäuschung als fairer Verlierer: „Wir haben alles gegeben, am Ende hat es leider wieder nicht gereicht. Wir hoffen  auf eine neue Chance im nächsten Jahr“, sagte Ruwen Filus. Fuldas Trainer King Yu Meng haderte etwas mit dem entscheidenden fünften Spiel: „Hätte Ruwen den zweiten Satz gewonnen, wäre sicherlich mehr möglich gewesen.“

Foto: Eine taktische Umstellung von Fuldas Trainer King-Yu Meng (links) verhalf Jonathan Groth, einen 0:2 Rückstand noch zu drehen. Er startete die Aufholjagd der Fuldaer. Doch zum Titel reicht es wieder nicht.

 

Fotos: Volker Arnold, Text: Christian Scharbert

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