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Der „Underdog“ hat keine Chance – oder etwa doch?

Als einziger Zweitligist qualifizierte sich der SV Union Velbert für die Pokaltage von Stuttgart. Wobei die Verantwortlichen im Lager des im vergangenen Jahr gegründeten Vereins eher nur von einem Pokaltag ausgehen. Mit einer gehörigen Portion Respekt geht das Team aus dem Bergischen Land in das Viertelfinale – und träumt dennoch insgeheim von einer Überraschung.

„Im Normalfall ist davon auszugehen, dass am ersten Tag gegen 17 Uhr der Wettbewerb für uns beendet ist“, blickt Velberts Abteilungsleiter Harald Ricken dem großen Auftritt in der Stuttgarter Porsche-Arena eher pessimistisch entgegen. Oder ist er doch nur Realist? „Unsere Spieler sehen das zum Teil anders, sie glauben im ersten Spiel gegen Plüderhausen an die Minimialchance, die sie dann auch nutzen wollen“, so Ricken weiter.

Zweifelsfrei, der SV Union Velbert geht in mancherlei Hinsicht als „Underdog“ in das Pokalfinale. Gerade einmal einhundert Mitglieder zählt die Tischtennis-Abteilung des SV Union, deren Hauptverein im vergangenen Jahr durch die Verschmelzung der Velberter Vorortvereine FC Tönisheide und TuS Neviges entstand. Derzeit sind es sechs Männerteams, die in Velbert am Punktspielbetrieb teilnehmen, darunter das Zweitligateam und die zweite Mannschaft in der Oberliga. „In die zweite Liga sind wir unlängst eher aus Versehen aufgestiegen, was wir unter anderem den Leistungsträgern Lennart Wehking und Björn Helbing und einem jungen, ehrgeizigen Team zu verdanken hatten“, sagt der Abteilungsleiter. Mit Hilfe eines privaten Sponsors gelang es dann zu Beginn der Vorsaison, die beiden Rumänen Adrian Dodean (aus Grenzau) und Ovidiu Ionescu (aus Weinheim), mit denen prompt der Klassenerhalt geschafft wurde. Dritter Leistungsträger seit dieser Saison ist der Serbe Bojan Milosevic. Vermutlich werden die Westfalen auch mit diesem Trio in Stuttgart antreten.

Durch ein 3:0 über den TTC Fortuna Passau gelang dem SV Union Velbert nunmehr der Sprung unter die besten Acht. „Gegen Passau sahen wir uns eher als Außenseiter, doch mit unseren heimischen Fans im Rücken lief es irgendwie plötzlich wie am Schnürchen“, schwärmt Harald Ricken von der Verwirklichung des kleinen Traumes. Ricken weiter: „Mit der kommenden Umstellung auf Vierermannschaften in der zweiten Liga wissen wir noch nicht, ob wir mit unserem Verein noch lange auf diesem Niveau mitspielen werden. Insofern dürfte das Pokalfinale in Stuttgart ein einmaliges Erlebnis für uns werden. Wir werden mit einer kleinen, aber hoffentlich lautstarken Fangruppe nach Baden-Württemberg kommen. Und dann geht’s mit dem Team völlig unkümmert ans Werk. Wir können schließlich nur gewinnen.“

Text: Thomas Holzapfel (Ressortleiter Medien)

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