Menü

Jens Schabacker NSU Neckarsulm

Die Topfavoriten Jessica Göbel und Jens Schabacker ließen in Königsbach-Stein nichts anbrennen

Wirft man einen Blick auf das aktuelle Tischtennis-Ranking der Spieler, so überraschten die Titelgewinne bei den diesjährigen baden-württembergischen Meisterschaften der Damen und Herren nicht. Mit Jessica Göbel vom Bundesligisten TV Busenbach und Jens Schabacker, Spitzenspieler von Drittligist NSU Neckarsulm, setzten sich im badischen Königsbach-Stein letztendlich die Favoriten durch, die auch in den Punkterängen ganz weit vorne stehen.

Wie schon im Vorjahr in Reutlingen waren die Turnierorganisatoren um Bernd Kaltenbach (Vizepräsident Sport Tischtennis Baden-Württemberg) und Hans-Peter Gauß (Fachwart Einzelsport im Badischen Tischtennisverband) mit der Teilnehmerresonanz alles andere als zufrieden. Diesmal waren es 66 Herren und fünfzehn Damen, die im Qualifikationsturnier am ersten Turniertag an die Tische gingen. „Da hatten wir in früheren Jahren schon deutlich mehr Teilnehmer“, sagte Hans-Peter Gauß, der im Vorfeld gewisse Überlegungen anstrengte, die Veranstaltung attraktiver zu gestalten, allerdings nicht überall auf offene Ohren stieß. So fand es Gauß schade, dass „beispielsweise Lokalmatadorin Jennie Wolf vom TV Busenbach nicht am Start war.“ Auch Bernd Kaltenbach hatte in den Tagen vor dem Turnier noch einmal einen allgemeinen Aufruf zur Teilnahme gestartet. „Wir müssen uns überlegen, ob wir am Modus etwas ändern, um zukünftig besser vorab die Teilnehmerzahl planen zu können. Dies muss allerdings landesweit abgesprochen werden. Auch das gemischte Doppel könnte wieder eine Option sein“, sagte Kaltenbach.

Der sportlichen Qualität tat die im Vergleich zu den Vorjahren gesunkene Teilnehmerzahl indes keinen Abbruch. So qualifizierten sich am ersten Tag neun Damen und acht Herren für das Hauptturnier am Sonntag, darunter die jungen Tom Mayer (TSG Heilbronn) und Marius Henninger (SpVgg Gröningen-Satteldorf), der am Wochenende zuvor noch württembergischer Jahrgangsmeister der U 18-Jugendlichen wurde. Außerdem lösten am ersten Tag die Youngsters Moritz Kouril (SpVgg Gröningen-Satteldorf), Uros Bojic (TTC Bietigheim-Bissingen) und Nico Wenger (TTF Altshausen) das Ticket für das Hauptturnier. Etwas überraschend musste Manuel Mangold vom Regionalligisten SpVgg Gröningen-Satteldorf in der KO-Runde die Segel streichen. Bei den Damen schafften knapp zwei Drittel die Qualifikation zu den Meisterschaften am Folgetag.

Jessica Göbel TV Busenbach 01Die beiden Topgesetzten Jessica Göbel (Foto) und Jens Schabacker (Foto) setzten dem Hauptturnier dann ihren Stempel auf. In der Damen-Konkurrenz konnte sich die Busenbacher Bundesliga-spielerin auch die eine oder andere schwächere Phase in den KO-Runden leisten, um dennoch souverän ins Endspiel zu gelangen. Jens Schabacker NSU NeckarsulmDer Offenburgerin Jana Kirner und der Neckarsulmerin Rebecca Matthes gelang es immerhin, der Favoritin mit couragierten Auftritten zumindest einen Satz abzutrotzen. Spannender ging es in der unteren Turnierhälfte zu, wo sich – nicht unbedingt erwartet – die 17-jährige Ann-Katrin Ziegler (Foto) von der TTG Süßen erfolgreich durch das Turnier kämpfte. Bereits im Achtelfinale musste sie gegen die jüngste Turnierteilnehmerin, die 13-jährige Ramona Betz aus Neckarsulm, über die volle Distanz gehen, dafür hielt sie sich beim 3:0 gegen Katharina Sabo schadlos. Ann Katrin Ziegler TTG Süssen 20Mit dem 4:2 in der Vorschlussrunde gegen Theresa Lehmann (DJK Offenburg) machte Ziegler den Finaleinzug perfekt. Im Endspiel fand die Allrounderin gegen eine kraftvoll aufspielende Jessica Göbel keine Mittel, so dass sich die Busenbacherin standesgemäß mit 11:6, 11:3, 11:8 und 11:7 durchsetzte und sich die Teilnahme an den Deutschen Einzelmeisterschaften im März in Bamberg sicherte. Erstmals wurde bei diesen Meisterschaften auch wieder ein „kleines Finale“ durchgeführt, das hinsichtlich der Verfügungsplätze für die Deutschen Meisterschaften von Bedeutung sein könnte. Rebecca Matthes NSU Neckarsulm 01Rebecca Matthes (Foto) behielt dabei mit 4:1 Sätzen über Theresa Lehmann die Oberhand.

Für Lisa Mayer und Kathrin Hessenthaler platzte im Doppel bereits im Viertelfinale der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung, die beiden Neckarsulmerinnen unterlagen in vier Sätzen gegen Jana Kirner/Alexandra Kaufmann (DJK Offenburg/TTC Bietigheim-Bissingen). Lehmann Sabo 01Das an Nummer eins gesetzte Duo Theresa Lehmann/Katharina Sabo (Foto) gab sich hingegen keine Blöße und schaffte ohne Satzverlust den Einzug ins Endspiel. In diesem war man dann auch gegen die Süßener Formation Katharina Binder/Ann-Katrin Ziegler beim 6:11, 11:8, 11:8 und 11:8 obenauf.

Julian Mohr NSU Neckarsulm 01Der planmäßig recht späte Einstieg der Favoriten in das Hauptturnier wurde Vorjahressieger Julian Mohr (NSU Neckarsulm/Foto) beinahe zum Verhängnis. Im Achtelfinale sah sich Mohr gegen den bereits gut eingespielten und famos aufspielenden Simon Geßner (VfL Kirchheim) bereits mit 0:2 Sätzen im Hintertreffen, um dann aber doch noch die Kurve zu kriegen. Nachdem die Maschinerie warm gelaufen war, setzte sich Mohr noch mit 1:11, 7:11, 11:6, 11:7 und 11:8 durch. Vater und Coach Alexander Mohr: „Es wäre wünschenswert, wenn alle Teilnehmer durch die Gruppenphase gehen müssten.“ Im weiteren Turnierverlauf ließ Julian Mohr – bis zum Finale - nicht mehr allzu viel anbrennen, einem 3:0 über Marlon Spieß (ASV Grünwettersbach) folgte noch ein sehenswertes 4:2 über Björn Baum (TTC Weinheim). Mohr’s Teamkollege Jens Schabacker setzte sich ungefährdet in den drei KO-Runden vor dem Finale durch, das wohl attraktivste Spiel des gesamten Turniers war das 4:1 in der Vorschlussrunde über Defensivkünstler Florian Bluhm (ASV Grünwettersbach/Foto).Florian Bluhm ASV Grünwettersbach 01 Das vereinsinterne Endspiel gegen Julian Mohr dominierte Jens Schabacker beim 11:4, 11:6, 11:6 und 12:10 durchgehend. Dritter wurde Florian Bluhm durch ein glattes 4:0 über Björn Baum.

Schabacker Mohr NSU Neckarsulm 01Bevor die beiden Neckarsulmer zum Einzelfinale antraten, hatten sich die Linkshänder bereits den baden-württembergischen Titel im Doppel gesichert. Recht souverän setzten sich Schabacker/Mohr (Foto) mit 14:12, 11:4, 10:12 und 11:3 gegen Manuel Mangold/Roman Rosenberg (SpVgg Gröningen-Satteldorf/SV Salamander Kornwestheim) durch. Diese hatten zuvor mit einem 3:0-Erfolg im Halbfinale über die an Nummer zwei gesetzte Formation Florian Bluhm/Marlon Spieß für positive Schlagzeilen gesorgt.

Bereits zum vierten Mal fanden die baden-württembergischen Meisterschaften der Damen und Herren im Bildungszentrum von Königsbach-Stein statt, davon war drei Mal der TTC Stein der gastgebende Verein. Die Turnierleitung um Wolfgang Heeren, Helmut Sessler und Hans-Peter Gauß hatte vor allem am ersten Turniertag mit einigen organisatorischen Widrigkeiten zu kämpfen. Angesichts der recht geringen Teilnehmerzahl entschied man sich, auf zwölf statt der ursprünglich vorgesehenen sechzehn Tische zu spielen. „Wir hätten ansonsten auch in der kleinen Nebenhalle spielen müssen, aber das wäre eine sehr enge Angelegenheit geworden“, meinte Wolfgang Heeren. Erschwerend kam hinzu, dass auf Grund der Sonneneinstrahlung zeitweise nicht alle Tische bespielbar waren, was für den Turnierverlauf nicht gerade förderlich war.

Stimmen zum Turnier:

Amanda Vogt (TG Schwenningen): „Ich war gestern Abend noch beim Andrea-Berg-Konzert in der Schleyerhalle, wollte aber unbedingt hier mitmachen, um mit meiner Freundin Indra Biendl vom gastgebenden TTC zusammen zu kommen. Wir haben schon mal gemeinsam bei einem Turnier gespielt und sehen uns seitdem öfters beim Tischtennis. Aus sportlicher Sicht war es mein Ziel, die Vorrundengruppe zu überstehen.“

Steffen Neumann: „Das zieht sich hier ziemlich. Insgesamt kann man froh sein, dass nicht mehr Leute teilgenommen haben, sonst wäre das alles sehr lange gegangen.“

Valerij Ostertag (TTC Renchen): „Ich bin gerne bei solchen Turnieren, weil man es auch mal mit Gegnern aus anderen Bezirken zu tun bekommt. Ich habe bereits vor zwei Jahren mal bei der BaWü-Quali mitgemacht. Wir haben eine Fahrgemeinschaft mit drei Spielern aus Renchen und zwei weiteren Spielern aus Offenburg organisiert.“

Hang Dang (TSF Ditzingen): „Mir geht es hauptsächlich darum, zu gucken, wo ich mit meiner Form stehe. Weiterkommen ist jetzt nicht unbedingt das Hauptziel, ich möchte auf jeden Fall Spaß haben. Die Organisation hier könnte etwas besser sein, man muss lange auf sein nächstes Spiel warten.“

Hassan Hosseini (SV Böblingen): „Mein Hauptziel ist es, am Sonntag noch im Turnier zu sein, um meine Neckarsulmer Freunde Lisa Mayer und Julian Mohr zu sehen. Ich müsste eigentlich am Sonntag für mein Studium lernen, aber wenn ich am Samstag das Qualifikationsturnier überstehe, lerne ich nichts.“

Andrew Schönhaar (VfL Herrenberg): „Das Turnier ist sehr gut für mich zur Rückrundenvorbereitung, schließlich wollen wir mit dem VfL Herrenberg Landesliga-Meister werden. Außerdem bin ich recht motiviert, da es mir bereits letztes Jahr gelang, ins Hauptturnier zu stoßen. Im Konzert der Großen mitzumischen, macht großen Spaß, das erlebt man nicht alle Tage. Das Turnier selbst ist eine recht zähe Angelegenheit, ich spielte meine drei Einzel innerhalb von fünf Stunden.“

Platzierungen     Einzelergebnisse

Text: Thomas Holzapfel

Fotos: Volker Arnold

Tischtennisverband Württemberg Hohenzollern | Impressum | Login

Zum Seitenanfang