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VA2 7285Großartigen Tischtennissport und zahlreiche spannende Spiele gab es am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen in Pforzheim zu bestaunen. Die sportliche Bilanz aus baden-württembergischer Sicht konnte sich durchaus sehen lassen: Neben drei Silber- und drei Bronzemedaillen in diversen Einzel- und Doppelkonkurrenzen gelang den beiden TTVWH-Vertretern Nicole Gaiser (SSV Schönmünzach, siehe Foto) und Mario Pachlhofer (TTC Mühringen, siehe Foto) der große Coup. Gaiser setzte sich in der Damen-A-Einzelkonkurrenz durch, Pachlhofer holte Gold bei den Herren B. Alle Ergebnisse gibt es unter http://dem.battv.de/.

Sehenswerter Tischtennissport bei den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen

Nicole Gaiser und Mario Pachlhofer holen sich den Meistertitel

Ganz im Zeichen des kleinen, weißen Plastikballs stand am vergangenen Wochenende die neue Pforzheimer Bertha-Benz-Sporthalle. Tischtennis Baden-Württemberg war Ausrichter der Deutschen Meisterschaft für Leistungsklassen – und jeweils 96 Damen und Herren ermittelten in den insgesamt zwölf Konkurrenzen ihre diesjährigen nationalen Einzel- und Doppelmeister. Aus württembergischer Sicht waren Nicole Gaiser von Oberliga-Aufsteiger SSV Schönmünzach und Mario Pachlhofer von Verbandsligist TTC Mühringen die „Könige von Pforzheim“, doch auch das gesamt-baden-württembergische Fazit fiel positiv aus. 

Die Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen erfreuen sich zuletzt immer größerer Beliebtheit, haben die Spieler und Spielerinnen doch die Möglichkeit, im Amateurbereich ihre deutschen Titelträger zu ermitteln. In Abwesenheit der nationalen Spitzenspieler sind hier die Ballkünstler aus dem „zweiten Glied“ gefordert. Seitdem vor geraumer Zeit das Tischtennisranking eingeführt wurde und der jeweilige Quartalswert für die Einordnung in der jeweiligen Leistungsklasse relevant ist, kann das Turnier mit einem recht ausgeglichenen Teilnehmerfeld aufwarten, was zu Beginn des Turniers einen Topfavoriten schlecht ausmachen lässt. Gerade darin liegt für viele der Reiz dieser „DM der Amateure“. So sahen die Zuschauer in Pforzheim oftmals hart umkämpfte Partien, in denen neben der Tagesform zuweilen auch das Quäntchen Glück den Ausschlag über Sieg oder Niederlage gab.

Insgesamt 33 Spieler und Spielerinnen aus dem „Ländle“ gingen in Pforzheim ins Rennen, diese hatten Ende vergangenen Jahres bei den baden-württembergischen Meisterschaften der Nicole GaiserLeistungsklassen in Eisingen das Ticket für die „Deutschen“ gelöst. Titelträgerin bei den Damen A wurde Nicole Gaiser vom SSV Schönmünzach, im Tischtennisranking unter allen Topspielerinnen lediglich an Position neun notiert. Doch die Studentin aus dem Murgtal lehrte der Konkurrenz das Fürchten. Nach einem Fünfsatz-Zittersieg in der Vorschlussrunde gegen die junge Johanna Salzmann (TTC Greifswald) spielte Gaiser im Finale gegen Chantal Graversen (TSV Gau-Odernheim) groß auf und gewann trotz zwischenzeitlichem 1:2-Satzrückstand noch mit 11:5, 8:11, 15:17, 11:8 und 11:6. Schönmünzachs Trainer Klaus Frey war genauso wie Betreuer Michael Kocheisen hocherfreut über das Abschneiden ihres Schützlings. „Wenn man bedenkt, dass einige Drittligaspielerinnen im Feld waren, dann war die Leistung von Nicole doch aller Ehren wert“, sagte Frey.

Eike MühlbacherJessica Herrmann 2Auch in der Doppelkonkurrenz standen zwei Vertreterinnen aus Baden-Württemberg im Finale. Eike Mühlbacher und Jessica Herrmann vom SV Westgartshausen spielten sich couragiert durch das Turnier, mussten im Endspiel jedoch der bayerischen Formation Emma Noha/Sarah Diecke (TuS Fürstenfeldbruck) in drei Sätzen geschlagen geben.  

Bei den Damen B wurde Jasmin Leonberger vom DJK Sportbund Stuttgart gute Dritte, nur knapp verpasste sie durch ein 2:3 gegen die spätere Siegerin Lisa Richter (SC BW Ottmarsbocholt) den Sprung ins Endspiel. Dieser gelang dem Doppel Christina Weißer/Natascha Eitel (TB Beinstein/TSG Steinheim/Murr), beim Christina WeißerNatascha Eitel 13:15, 8:11 und 9:11 gegen Anja Crongeyer/Franziska Händel (TTV Amtsberg/TTC Düppel Dentalspace) fehlte am Ende nicht allzuviel zur Krönung einer starken Leistung. Dritte wurden Jasmin Leonberger/Antje Schoknecht (DJK Sportbund Stuttgart), Leonberger kam somit in den Genuss von gleich zwei Medaillen bei diesen Titelkämpfen.

Bei den Damen C blieben die Lokalmatadoren ohne Medaillengewinn, den deutschen Meistertitel sicherten sich Anabel Beck aus dem hessischen Lahr und das Doppel Yvonne Willeke/Gabriele Klis, ebenfalls aus Hessen (TSV Oberrad). Gabriele Klis ist für viele Tischtennisspieler ein Begriff, arbeitet sie doch seit 1983 beim Deutschen Tischtennisbund auf der Geschäftsstelle. 

Hochklassigen Tischtennissport bot die A-Klasse bei den Herren, bei der sich mit Daniel Rinderer vom Bayernligisten TV Ruhmannsfelden ebenfalls ein Bekannter aus der Szene durchsetzte. Der 14-Daniel Rindererjährige Nachwuchsspieler ist Mitglied des DTTB-D/C-Kaders und wurde in diesem Jahr Zweiter bei den Deutschen Schülermeisterschaften. Im Verlauf des zweitägigen Turniers gab Rinderer nur einen einzigen Satz ab. Deutsche Meister im Doppel wurden Michael Kollatsch/Alexander Pazdyka aus Sachsen-Anhalt (Schönebecker SV 1861/MSV Hettstedt). 

Sicherlich als einer der Favoriten ging Mario Pachlhofer in den Wettbewerb der Herren B, hat der junge Verbandsligaspieler aus Mühringen doch zuletzt in puncto TTR noch einen großen Schritt nach vorne gemacht. Dennoch galt es auf dem Weg zum ersehnten Titel einige Hürden zu überspringen, vor allem die Mario PachelhoferHalbfinalpartie gegen Marcel Neumaier (TTSF Hohberg) stand auf des Messers Schneide. Doch auch bei einem 3:8-Rückstand im entscheidenden fünften Satz ließ sich Pachlhofer nicht vom Kurs abbringen. Im Finale gegen Antitopspieler Sven Dobisch (Kempener Leichtathletik-Club e.V.) war Mario Pachlhofer dann obenauf (11:7, 11:8 und 11:7) und ließ keine Zweifel mehr am Turniersieg aufkommen. Im Doppel sicherten sich Sadegh Jokar/Max Schröter (SV Berliner Brauereien/TTC Bochum-Werne) die Goldmedaille.

Erst auf den letzten Drücker durch Nachnominierung holte sich Michael Seel vom SV 1962 Bruchsal die Startberechtigung für diese Meisterschaften, danach war er allerdings lange Zeit nicht zu bezwingen. Erst im Endspiel der Klasse C fand er mit dem „Nordlicht“ Malte Krohn (VfL Kellinghusen) seinen Meister (11:5, 12:10, 6:11, 5:11, 6:11). Titelträger im Doppel wurden Sebastian Birk/Bernd Knöpfler (FC Maxhütte-Haidhof/TTC Büttelbronn).

Unter Gesamtleitung von Bernd Kaltenbach (Tischtennis Baden-Württemberg) wurden diese Meisterschaften von einem bewährten Turnierleiterteam um Wolfgang Heeren (Baden) und Sven Schreiber Bernd Kaltenbach(TTVWH) über die Bühne gebracht. Eine halbstündige Verzögerung gab es am zweiten Turniertag, nachdem sich Pascal Altmann und Martin Voss im Viertelfinale der Herren A ein kräfteraubendes, sechzig Minuten währendes Angriff-Abwehr-Duell lieferten. Mit Ausnahme einer Disqualifikation auf Grund eines zu dicken Schlägerbelags und diverser gelber Karten gab es für das Schiedsrichterteam um Werner Nüssle nur sehr wenig zu beanstanden. Die Schiedsrichter wurden aus den Verbänden Baden und Württemberg-Hohenzollern gestellt. Rainer Franke, Präsident von Tischtennis Baden-Württemberg und des Tischtennisverbands Württemberg-Hohenzollern, zeigte sich mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden: „Die Meisterschaften wurden von einem erfahrenen Team hervorragend abgewickelt, zudem bot die neue Halle in Pforzheim beste sportliche Voraussetzungen.“

Text: Thomas Holzapfel Foto: Volker Arnold

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