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Die Gründung des Tischtennisverbands Württemberg-Hohenzollern im Jahre 1948 war der Beginn einer erfolgreichen Entwicklung und Ausbreitung des Tischtennissports in Württemberg, die hauptsächlich auf das engagierte und kontinuierliche Arbeiten der Mitglieder des TTVWH zurückzuführen waren.

Die Wurzeln des Verbandes

Doch die Entstehung des Verbandes war ein Prozess, der schon weit vor der Gründung stattfand. Bereits im Jahre 1930 wurden mit dem 1. TTC Stuttgart und dem TTC 1930 Heilbronn die ersten beiden württembergischen Vereine gegründet, denen es dutzend andere Klubs aus der Umgebung gleichmachten. Erst im Jahre 1933 fand dann ein geregelter Spielbetrieb in Gauligen statt, der im November 1944 aufgrund des 2. Weltkrieges zum Erliegen kam.

Ab Mai 1945 gehörte die Sparte Tischtennis dank Erwin Zeller (Schwaben Stuttgart) und Werner Seifert (Stuttgarter Kickers), die sich in der unmittelbaren Nachkriegszeit dem Tischtennissport widmeten, zum damaligen Landessport-Verband (heute WLSB). Die Sparte wurde ab Februar 1947 von Paul Querman geleitet, aus der dann der „Württembergische Tischtennis-Verband" wurde.

Die Verbandsgründung

Im durch die französische Besatzungszone abgetrennten südlichen Teil setzten es sich Walter Fleig (Schwenningen), Dr. Baeker (Dusslingen) und die Brüder Gengler aus Reutlingen zum Ziel, den Spielbetrieb durch die Gründung des Dachverbands Südwürttemberg-Hohenzollern wieder aufzunehmen. Im Jahre 1951 erfolgte dann der Zusammenschluss mit dem nördlichen Landesteil. Noch im selben Jahr gab sich der
Verband auf dem Verbandstag in Plochingen den heutigen Namen.

Trotz der schwierigen Bedingungen, die in der Nachkriegszeit herrschten, gelang es den Verantwortlichen, für den Tischtennissport zu werben und viele neue Mitglieder dafür zu begeistern.

Nach der Vereinigung mit Südwürttemberg bestand der Verband aus 13 Bezirken, die in den Jahren 1955/56 durch die Neugliederung der Bezirke auf 15 aufgestockt wurden.

Die Entwicklung der Spielklassen und Förderung der Jugendlichen

Auf sportlicher Ebene war die Landesliga zunächst die höchste Spielklasse. Hinzu kam dann die Oberliga Württemberg, die im Jahre 1950 zur höchsten Spielklasse avancierte. Diesem Aufbau der Ligen von Eugen Vetter folgte die Schaffung der Leistungsklassen durch Vetters Nachfolger als Sportwart, Erwin Lutz. Mit dem Süddeutschen Tischtennis-Verband wurde im Jahr 1962 eine Oberliga Süd sowie eine 2. Liga Süd und eine Verbandsliga gegründet. Das Spielinteresse in Württemberg weitete sich stetig aus.

Die Anzahl der Jugendmannschaften in Württemberg, die im Jahr 1967 bereits bei 900 lag, sollte durch die Heranbildung von Jugend- und Übungsleitern weiter steigen. Nachdem Tischtennis in mehreren Schulen des Landes in den Schulsport integriert wurde, konnte der TTVWH gezielter Talente für die neu gegründeten Fördergruppen sichten. Außerdem wurden zwei erfolgreiche und erfahrene Spielerinnen und Spieler in den Verbandsvorstand gewählt, die zusammen mit dem Jugendwart Gunther Peterhänsel ihre Arbeit selbstverantwortlich verrichteten.

Das Ehrenamt

Genau wie in der Jugendarbeit legte der Vorstand fest, den jeweiligen Fachwarten verschiedene Einzelzuständigkeiten zu übertragen, wobei zwischen den Bezirken und Verbänden stets ein enges Einvernehmen herrschte. Das Besondere war jedoch die Tatsache, dass die Arbeit der TTVWH-Mitglieder ehrenamtlich war und das eingenommene Geld dem Sport zu Gute kam.

Steigende Popularität

Nicht zuletzt durch Rudi Piffl (Stuttgart), der 14 Mal die Landesmeisterschaft gewann und Weltmeisterschaftsteilnehmer in Bombay im Jahre 1952 war und Inge Harst, die Europameisterin im Mixed wurde und Mitglied der Nationalmannschaft war, steigerte sich das Interesse am Tischtennis in Württemberg. So wurden im Jahr 1968 die Deutschen Meisterschaften in Böblingen erstmals in einer württembergischen Stadt ausgetragen. Der Sport gewann durch Schaukämpfe und Länderkämpfe zudem an Attraktivität. Die Mitgliederzahlen in württembergischen Vereinen wuchsen bis ins Jahr 1979 auf 60.000. Wo im Jahre 1968 nur 1.300 Mannschaften gemeldet wurden, waren es zehn Jahre später schon 4.200. Der "Leitfaden für Klassenspielleiter", der von Gerhard Spengler entworfen wurde, brachte außerdem eine Ordnung in das Spielgeschehen.

In den 70er Jahren gelang es Peter Stellwag (Stuttgart/Reutlingen) nach mehrmaligen Titeln bei den Deutschen Meisterschaften, Vizemeister bei der Jugend-Europameisterschaft in Göppingen zu werden. Er wurde so zum Idol in Württemberg.

Der TTVWH ab 1979

Im Jahr 1979 konnte Gerhard Maier nach elf Jahren als 1. Vorsitzender einen organisatorisch, finanziell und sportlich geordneten Verband an seinen Nachfolger Werner Naumburger übergeben. Der neue Vorsitzende forcierte vor allem die Übungsleiter-Aus- und Fortbildung, die Schulung der Mitarbeiter in den Bezirken sowie den Aufbau der Organisation für den Freizeitsport.

Das Verhältnis zum Badischen Tischtennisverband litt jedoch durch die Kündigung einer Vereinbarung über die Finanzierung der drei Landestrainer durch den TTVWH und durch eine württembergische Politik der Stärke. Ein Zusammenschluss mit den badischen Verbänden zu einem Großverband geriet dadurch zunächst in weite Ferne.

Im Jahre 1983/84 fanden die ersten mini-Meisterschaften bis zum Bundesfinale mit großem Erfolg statt. Unter dem Fachwart Peter Müller gehörte der Tischtennisverband Württemberg-Hohenzollern zu den aktivsten Verbänden im Freizeitsport.

Im Jahr 1985 wurde Gerhard Spengler Verbandsvorsitzender.

Zu den erfolgreichsten Mannschaften in den 80er Jahren gehörten bei den Damen der TSV Betzingen und die SV Böblingen, bei den Herren der SSV Reutlingen und der TSV Sontheim.

Da der Verband dennoch mehr Spieler für das Tischtennis gewinnen wollte, wurden in den Jahren von 1989 - 1993 neu gegründeten Vereinen Materialpakete zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Vereine stieg wie vom Verband erhofft von 870 auf 897.

Annäherung an die badischen Verbände

Im Jahr 1993 übernahm Frank Tartsch das Amt des Vorsitzenden im TTVWH. Er setzte es sich zum Ziel, die beiden badischen Verbänden und den TTVWH zu vereinen. Auf dem Weg zum Großverband sollten zunächst Jugendspieler in landesoffenen Stützpunkten miteinander trainieren. Außerdem entstanden Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Finanzen, Lehrwesen und Spielordnung, die die Verbände enger zusammenführen sollten. Württemberg und Nordbaden stimmten mit großer Mehrheit für den Großverband. Der Südbadische Tischtennisverband sprach sich in seinem Votum jedoch gegen einen Zusammenschluss aus.

Die Führungsebene

Im Januar 1996 wurde im TTVWH aus dem 1. Vorsitzenden ein Präsident, dem mit Rainer Franke (Sport), Peter Gartmann (Öffentlichkeitsarbeit), Hartmut Specht (Finanzen) und Wolfgang Renz (Jugend) vier Vizepräsidenten zur Seite standen. Der Vorstand bestand aus acht weiteren Mitgliedern. In Anbetracht seiner großen Verdienste wurde Gerhard Maier 1979 zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Sportliche Akzente

Sportlich setzten sich seit den 90er-Jahren vor allem die TTF Ochsenhausen (mit 3 Deutschen Meistertiteln, 3 Deutschen Pokalsiegen und 2 Europapokalsiegen), der TTC Frickenhausen (mit zwei Deutschen Meistertiteln, einem Pokalsieg und einem ETTU-Cup-Sieg) und der SV Plüderhausen (3 ETTU-Cup-Siege) bei den Herren sowie die SV Böblingen mit ihrer Zugehörigkeit zur Damen-Bundesliga in Szene.

Veränderte Organisationsstruktur

Ein weiterer großer Wechsel der Organisationsstruktur ereignete sich beim Verbandstag 2013 im SpOrt Stuttgart, das seit 2005 auch Domizil der neuen TTVWH-Geschäftsstelle ist. Frank Tartsch wurde nach 20 Jahren an der Spitze des Verbandes zum Ehrenpräsidenten ernannt, Rainer Franke zum neuen Präsidenten gewählt. Dem nun verkleinerten Präsidium gehören außerdem Heike Mucha (Sport), Hans-Peter Wörner (Finanzen) und Jutta Gronen (Öffentlichkeitsarbeit/Sportentwicklung) als Vizepräsidenten an. Neues Vorstands-Ressort und damit Zukunftsaufgabe ist die Ehrenamtsentwicklung.

Aktuelle Zahlen (Stand 01.07.2016):

  • Vereine: 763
  • Mitglieder (2016): 57.342
  • Spielberechtigte: 44.578
  • Mannschaften (Saison 2016/17): 4.139

 

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