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Seit mehreren Jahren nehmen Tischtennis-Mannschaften des Rupert-Neß-Gymnasiums mit beachtlichen Erfolgen am Schulsportwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" teil. In diesem Jahr konnten die Jungen der Wettkampfklasse III (Jahrgänge 86-89) beim Bundesfinale in Berlin einen völlig unerwarteten Sieg landen. Als die RNG-Mannschaft Anfang April Landesmeister wurde, schien mit der daraus resultierenden Teilnahmeberechtigung am Bundesfinale bereits das Maximum erreicht. Deshalb reisten die jungen Wangener auch ohne jegliche Erwartungen mit ihrem Betreuer an die Spree. Verlief die Quartierverteilung für die etwa 3500 Jugendlichen, die in den verschiedensten Sportarten antraten, noch etwas chaotisch, so war in den Unterkünften und an den Wettkampfstätten alles bestens organisiert.

Die Tischtenniswettbewerbe fanden in einer riesigen Messehalle an 52 Tischen statt. In der in vier Gruppen mit je vier Mannschaften gespielten Vorrunde hatten es die "Nessies" mit Schulmannschaften aus Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu tun. Nach beeindruckenden 9:0-Siegen gegen die Landesmeister aus Sachsen und Niedersachsen und einem knappen, aber verdientem 5:4 gegen die schleswig-holsteinische Vertretung waren die Allgäuer überraschend Gruppensieger und trafen im Viertelfinale auf den bayrischen Vertreter, das Gymnasium Vilshofen. Nicht gern gaben sich die Vilshofener im "Süd-Derby" geschlagen, mussten aber neidlos die bessere und geschlossenere Mannschaftsleistung des Siegers anerkennen. Plötzlich standen Daniel Frick, Philipp Widemann, Benjamin Jeni, Jan Fießinger, Andreas Fricker, Fabian Werne und Stefan Halder im Halbfinale. Konnte es eine Steigerung geben? "Im Halbfinale verlieren wir, geben im Spiel um den 3.Platz alles und kommen vielleicht sogar aufs Treppchen - das wär' das Höchste!" So lautete die Wunschprognose von Jan, und insgeheim liebäugelten die anderen jetzt wohl auch mit einem 3.Platz.

Aber es kam noch besser: Den Landessieger von Rheinland-Pfalz, das Leininger-Gymnasium Grünstadt, putzten die Wangener im Halbfinale mit 5:3 von der Platte. Telefonisch meldete der Betreuer die Vizemeisterschaft der Schulleitung und nahm die Glückwünsche für die Mannschaft entgegen. An eine Chance im Endspiel mochte niemand glauben, da der Finalgegner, die Mannschaft der Fürst-Johann-Ludwig-Schule aus Hadamar (Hessen) eine sensationelle Vorrunde gespielt und mit 27:0 Spielen und 54:0 Sätzen eine makellose Bilanz aufzuweisen hatte. Nach den ebenfalls souverän gewonnenen Zwischenrundenspielen galten die Hessen als absoluter Favorit. Doch im Finale wuchsen die Wangener Gymnasiasten förmlich über sich hinaus, und nach gut einer Stunde war die Sensation perfekt: "Baden-Württemberg 5 - Hessen 3" stand auf der Anzeigetafel. Baden-Württemberg war Bundessieger.

Die Vormittags etwas voreilig an die Schulleitung übermittelte Frohbotschaft von der Vizemeisterschaft musste (durfte) nachgebessert werden und brachte eine für die Schüler erfreuliche Aufwertung des Schulleiter-Lobes in Form von fernmündlich bewillgten großen Eisgutscheinen mit sich. Was die RNG-Mannschaft bisher immer schon ausgezeichnet hatte, erwies sich auch in Berlin als ihre ganz große Stärke: Eine derartige Ausgeglichenheit auf allen Positionen konnte keine andere Mannschaft aufweisen. Deshalb wäre es auch völlig unangebracht, würde man einzelne Spieler hervorheben. Der zur Siegerehrung anwesende Schulsportdezernent des Landes Baden-Württemberg, Karl Weinmann, zeigte sich hoch erfreut über den südlichsten Bundessieger in diesem Jahr. Da die Gewinner in fast allen Sportarten aus den nördlichsten und östlichsten Bundesländern kamen und meist Sportgymnasien die Titel einheimsten, war der Sieg einer sportlichen "Exoten-Schule", zudem noch einer Schule aus der südlichsten Provinz, umso beeindruckender. Das wusste Karl Weinmann zu würdigen, und er versprach in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Stiftung "Sport in der Schule" dem Rupert-Neß-Gymnasium eine neue Tischtennisplatte für den Schulsport. Siegerehrung, Glückwünsche, Medaillen, Sachgeschenke - alles verdienter und gern angenommener Lohn. Die Freude darüber, beste deutsche Tischtennis-Schulmannschaft zu sein, war für die sieben Gymnasiasten jedoch das größte Gefühl.

Lange wird den Wangener Schülern der sportliche Erfolg in Erinnerung bleiben. Der Reichstagbesuch mit herrlichem Blick von der Kuppel auf das nächtliche Berlin oder die Besichtigung des "Mauermuseums am Checkpoint "Charlie" oder die beeindruckende Abschlussveranstaltung mit allen Teilnehmern in der riesigen Eissporthalle oder gar der gänzliche unerwartete große Empfang, den Schulleiter, Eltern, Trainer und Freunde den Siegern am Wangener Bahnhof mit Feuerwerk, Begrüßungstransparent für "die deutschen Meister" und dem "Champions-" Song bereiteten, gehörten zu den weiteren Höhepunkten einer nicht nur sportlich erlebnisreichen Woche.

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