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Quelle: Youtube.comStuttgart. Vereine mit nachhaltiger und aktiver Jugendarbeit haben ihn nicht. Auch Vereine mit Schul-Kooperationen können meistens nicht darüber klagen. Die Rede ist vom Mitgliederschwund und davon, dass Tischtennis-Vereine in ihrer Umgebung manchmal nicht richtig wahrgenommen werden oder gegen die starke Konkurrenz der Fußballabteilungen das Nachsehen haben. Dabei darf Mitgliedergewinnung nicht ausschließlich auf den Kinder- und Jugendbereich fixiert sein und Tischtennis-Vereine müssen sich überlegen, wie sie wieder ins Gespräch kommen. Die demographischen Prognosen für Deutschlands Bevölkerung zeigen es deutlich: mittel- und langfristig rücken ganz von alleine neue Zielgruppen ins Visier der Vereine. Damit sind aber auch Chancen verbunden.


Das neue TTVWH-Video "Gesundheits-Tischtenniskurse im TTVWH"


Wenn die Bevölkerungspyramide am Sockel zunimmt, wird die Gesamtbevölkerung kontinuierlich älter. Entsprechend müssen auch Vereine umdenken, wenn sie diese in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stark anwachsende Bevölkerungsgruppe nicht verlieren oder – andersherum betrachtet – gerade aus dieser Altersgruppe 40+ gar neue Mitglieder für den Verein gewinnen wollen. Als dritter Aspekt kommt auch die Mitgliederbindung ins Spiel. Was bietet ein Tischtennisverein für diejenigen, die ihre aktive Karriere im Mannschaftsspielbetrieb beenden, nach jahrzehntelangem Einsatz aber nicht auf ihren geliebten Tischtennissport verzichten möchten? Wenn dann im regulären Vereinstraining ausschließlich die Wettkampforientierung dominiert, rücken im ungünstigsten Fall andere Sportarten in den Blickpunkt dieser Mitglieder. Bei permanent neuen Angeboten im Freizeitsportbereich, angefangen von den Kursen in Fitness-Studios bis hin zu Yoga, Pilates, Aqua-Jogging oder anderen fernöstlichen Sportarten, ist die Konkurrenz um die Altersklasse 40+ groß. Verstecken braucht sich der Tischtennissport allerdings keinesfalls. Die für solche Zielgruppen passenden Kursangebote gibt es bereits. Tischtennis als Fitness- und Gesundheitssport für alle Altersgruppen, von Kindern bis zu den älteren Menschen, ist ein seit vielen Jahren entwickelter und mittlerweile mit vielfältigen Formen und Angebotspaletten ausgebauter Bereich innerhalb der Sportentwicklung des Deutschen Tischtennisbundes. Allein es fehlt an den konkreten Kursangeboten vor Ort. Das hat nur zu einem gewissen Teil mit der noch ausbaufähigen Unterstützung und Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu tun. Die Initiative für einen Tischtennis-Gesundheitssportkurs können Vereine allerdings auch selbst ergreifen, ohne auf die Krankenkassen zu warten.

„Was bringt unserem Verein ein Gesundheits-Tischtenniskurs?“

Vorbehalte der Vereine gegenüber Gesundheits-Tischtenniskursen sind unbegründet. Mit rund 70 ausgebildeten P-Trainern (P steht für Prävention) im TTVWH gibt es genügend Fachpersonal, das vor Ort eingesetzt und qualitativ hochwertige Gesundheits-Tischtenniskurse durchführen könnte. Die Mehrwerte für Vereine liegen dabei auf der Hand. Zum einen können die Vereine, wenn sie sich mit ihrem P-Trainer als Ausrichter und Gastgeber an einem Kurs beteiligen, über die Kursgebühren Einnahmen für die Vereinskasse generieren. Einnahmen allein sollten jedoch nicht der Motivationsgrund sein. Vielmehr eröffnen Gesundheits-Tischtenniskurse für Vereine Möglichkeiten für Vereinsimage, Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung bzw. Mitgliederbindung. Mit einem attraktiven Kursangebot bietet der Verein Exklusivität, ein besonderes Angebot im Freizeitsport-Sektor, den andere Sportarten nicht bieten bzw. nicht bieten können. Ein Gesundheits-Tischtenniskurs ist ein Alleinstellungsmerkmal, das mit entsprechender Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in Gemeinden und Städten durchaus für Aufsehen sorgen kann. Aber ist es nach dem acht- bis zehnwöchigen Kurs nicht schon wieder erledigt mit dem Thema Gesundheitssport Tischtennis? Keineswegs, denn an diesem Punkt kommt die zweite Chance für Vereine ins Spiel. Weil die Kursteilnehmer im Regelfall nicht nur allgemeinsportlich interessiert sind, sondern durch die Kurswahl auch ihre Affinität für den Tischtennissport bereits angezeigt haben, haben sie vielleicht Lust auf dauerhaftes Fitness-Tischtennisspielen im Verein. Eine eigene Hobby-, Freizeit- oder Gesundheits-Tischtennisgruppe innerhalb des regulären Vereinstrainings könnte die Kursteilnehmer dauerhaft auffangen und als Mitglieder an den Verein binden. Und vielleicht schließen sich ganz schnell die bereits erwähnten Mannschafts- und Wettkampfsport-„Aussteiger“ dieser neuen Gruppe an, bis sie zur Dauereinrichtung wird. Ganz nebenbei könnte der P-Trainer im Verein seine umfangreiche Ausbildung regelmäßig in die eigene Vereinspraxis einbringen. Und selbst wenn die reguläre Gesundheitssport-Gruppe nicht entsteht, gewinnt ein Verein mit Kursangeboten möglicherweise wertvolle Menschen, die dem Verein nahestehen und ehrenamtliche Aufgaben für den Verein übernehmen.

Die Idee ist gut – aber wie starten wir einen Gesundheits-Tischtenniskurs?

Prinzipiell ist die Initiative zur Einrichtung eines Gesundheits-Tischtenniskurses von zwei Seiten aus möglich. Vereine, die einen P-Trainer in ihren Reihen haben, sind dabei in der Pole-Position, wenn zusätzlich noch etwas Platz in der Trainingshalle für den Kurs freigemacht werden kann. In Rommelshausen leitete P-Trainerin Antje Schoknecht aus Stuttgart im Herbst 2011 einen mehrwöchigen Kurs – räumlich getrennt und zeitgleich zum regulären Vereinstraining der Spielvereinigung. Doch auch die P-Trainer selbst können aktiv nach einem Partnerverein suchen, indem sie beispielsweise das Kursprogramm im Rahmen einer Schnupperstunde an einem Trainingsabend vorstellen. Überzeugt das Angebot, können mit den Vereinsverantwortlichen im Anschluss die Rahmenbedingungen für die Ausschreibung eines Gesundheits-Tischtenniskurses beginnen und mit etwas Glück lässt sich die örtliche Krankenkasse dazu bewegen, diese Kurse für Kassenmitglieder zu bezuschussen, was die Attraktivität nochmals erhöht.

Gerade in der langen Sommerpause, wenn möglicherweise Hallenkapazitäten frei werden, können Kursangebote gestartet werden. Für ein Gelingen müssen sich Verein und P-Trainer allerdings schon deutlich früher zusammensetzen und in Planungen und Werbephase einsteigen. Die jetzt anstehende zweite Rückrundenhälfte wäre der geeignete Zeitpunkt.

Ein breites Informations- und Fortbildungsangebot, auf das man zurückgreifen kann.

Die Palette an Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten hat sich in den letzten Jahren stark vergrößert. So bieten neben dem Deutschen Tischtennisbund (DTTB) auch viele Landessportbünde und Tischtennis-Landesverbände Lehrgänge, Qualitätszirkel und Arbeitstagungen im Bereich Gesundheitssport Tischtennis an. Ganz unterschiedliche Zielgruppen stehen dabei im Fokus. Fitness-Tischtennis an der Grundschule ist ebenso möglich wie Gesundheits-Tischtenniskurse für Ältere. Ein flächendeckender Durchbruch ist auf diesem Gebiet noch nicht zu erkennen. Die Grundlagen sind mit der Aus- und Fortbildung, umfangreichen Materialsammlungen und für jedermann abrufbaren Informationen schon länger gelegt. Nun ist es an den Vereinen, die Chancen zu erkennen, die mit neuen Angebotsformen wie dem Gesundheits-Tischtenniskurs verbunden sind, um dann tatsächlich etwas Einzigartiges mit Exklusiv-Charakter ins Leben zu rufen, von dem Verein und Vereinsumfeld vor dem demographischen Zukunftsszenario langfristig profitieren.

Infokette „Gesundheits-Tischtennis“

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Das neue von TTVWH-Mitarbeiter Marius Karch erstellte TTVWH-Video zeigt, wie ein Gesundheits-Tischtenniskurs  aussehen kann:

http://www.youtube.com/watch?v=7aCGx9gXOe4

Beim DTTB finden Interessierte, Vereine und P-Trainer umfangreiches Informationsmaterial und Hilfestellungen zum Thema „Gesundheitssport Tischtennis“:

http://www.tischtennis.de/fuer_aktive/gesundheitssport/hilfe_fuer_p-trainer/

Eine Muster-Übungseinheit zeigt konkret, wie eine Kurseinheit funktioniert:

http://www.tischtennis.de/media/gesundheitssport/Modellstunde_neu.pdf   

Beim Württembergischen Landessportbund gibt es eine eigene Ausbildungsreihe zum Übungsleiter C „Sport mit Älteren“:

http://www.wlsb.de/cms/iwebs/default.aspx?mmid=1174&smid=3361

Zur kostenlosen Infobroschüre „Sport mit Älteren“:

http://www.wlsb.de/cms/docs/doc9881.pdf

 

Zum 1. Teil (Artikel und Video): Tischtennis als Gesundheitssport bei der KV-Mobil-Tour 2011

 

Der komplette Artikel als PDF-Download

 

Lust, Tischtennis als Gesundheitssport selbst zu entdecken? Besuchen Sie das Seminar von Doris SImon "Gesundheitssport" beim Vereins-Servicetag am 23.6.2012 in Stuttgart.

-> Alle Informationen zum Vereins-Servicetag

 

(Text und Grafik: Schermaul/TTVWH © TTVWH 2012)

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