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Vor Kurzem Stand in der Landessportschule in Tailfingen ein etwas außergewöhnliches Seminar auf dem Lehrgangskalender. Das WLSB-Seminar „Gesund, Fit. Alt? – Kreative Vereinsangebote für die Generation 50plus“ unter der Leitung von Doris Simon, Mitglied im Ressort Gesundheitssport des DTTB und P-Lizenz-Trainerin, befasste sich mit der Organisation von spezifischen Angeboten für die Zielgruppe „50plus“. Auch Tischtennis als generationsübergreifender Sport war Teil des Angebots.

Seminar­leiterin Doris Simon erklärt, warum Tisch­­tennis gerade für ältere Menschen ein idealer Sport ist: „Beim Tisch­tennis werden das Herz-Kreis­lauf-System, die koordinativen Fähigkeiten und die Reaktionsfähigkeit trainiert. Letzteres kann z.B. bei älteren Menschen im Straßenverkehr von Bedeutung sein, denn Einige müssen im fortgeschrittenen Alter das Autofahren aufgeben, weil die Reaktionsschnelligkeit nicht mehr so hoch ist. Aber auch die Gehirnaktivitäten lassen sich durch Tischtennis trainieren. Hier gilt ganz besonders das Prinzip Fordern und Fördern.“

 

Durch die demographische Entwicklung müssen auch Vereine ihr Sportangebot zunehmend für ältere Menschen offener gestalten. Wie z.B. eine Tischtenniseinheit für Ältere aussehen kann und wie hier die Trainingsschwerpunkte gesetzt werden müssen, hat Doris Simon ihren Seminarteilnehmern in Tailfingen gezeigt. Die 17 Teilnehmer des Seminars brachten noch keinerlei Erfahrung im Tischtennis mit. Die P-Lizenz-Trainerin  begann deswegen nach der Einführung der Schlägerhaltung mit einfachen Ballgewöhnungsübungen, wie balancieren, prellen und jonglieren, um den Teilnehmer ein Gefühl für den Ball zu vermitteln. Um dies zu vertiefen durften die Teilnehmer anschließend eine Runde „Luftpost“ spielen. Dabei musste die Gruppe im Kreis stehen. Jeder Spieler prägte sich die Person ein, die rechts von ihm stand, da dieser später Bälle zugespielt werden mussten. Die Spieler bewegten sich nun mit einem TT-Schläger in der Hand laufend oder gehend in einem abgegrenzten Spielfeld durch die Halle. Sobald einem Spieler von seinem linken Nebenmann ein TT-Ball zugespielt wurde, suchte er die Person, die vorher zu seiner rechten stand, rief deren Namen, um Blickkontakt herzustellen und spielte ihr den TT-Ball mit dem Schläger zu. Um diese Übung zu erschweren und gleichzeitig die Eigenschaften verschiedener Bälle kennenzulernen, mussten die Teilnehmer sich nicht nur Tischtennisbälle, sondern die verschiedensten Bälle zuspielen.

Das Herzstück der Trainingseinheit bildete jedoch das Ausdauertraining mit Schläger und Ball, denn beim Ausdauertraining mit Tischtennis steht das Spiel im Mittelpunkt, wodurch Belastungsintensität und -umfang von den Teilnehmern nur indirekt wahrgenommen wird. Dies wurde unter anderem bei dem Variorundlauf klar, denn dabei mussten fünf bis sechs Spieler Rundlauf spielen, wobei vor jedem Seitenwechsel um eine Markierung neben der Platte gelaufen werden musste. Die Spieler sollen dabei selbstständig entscheiden, welche Markierung sie in Abhängigkeit von ihrer möglichen Laufgeschwindigkeit umlaufen. Die Spielidee bei dieser und den anderen Spielformen zum Herz-Kreislauf-Training ist es, den Ball so lange wie möglich im Spiel zu halten und parallel dazu um einen Tischaufbau zu kreisen.

Gerade die Ausdauerspiele wurden von den Teilnehmern am besten angenommen, berichtete Seminarleiterin Doris Simon: „Viele waren von den vielseitigen Möglichkeiten der Sportart positiv überrascht. Alle machten die Ausdauerspiele mit Schläger und Ball besonders viel Spaß, da die Ausdaueranforderung dabei nicht so sehr wahrgenommen wurde.“

KV-Mobil-Tour – Tischtennis als Gesundheits- und Fitnesssport

Wer mehr über Tischtennis in Form von Gesundheitssport erfahren möchte und bei einem Fitnesstest seine eigenen Stärken und Schwächen in den Bereichen Kraft, Beweglichkeit und Koordination testen möchte, der kann dies ab Juni tun, denn dann startet die KV-Mobil-Tour, bei der sowohl Doris Simon, als auch ein Ärzteteam und ein Orthopäde mit dabei sein werden. Alle P-Trainer der Umgebung und sonstige interessierte Tischtennisspieler und Nicht-Tischtennisspieler sind zu einem Besuch vor Ort und zum Mitmachen eingeladen.

Stationen der KV-Mobi-Tour 2011:

Montag, 27.06.2011, Biberach, Marktplatz

Mittwoch, 29.06.2011, Rastatt, Marktplatz

Freitag, 01.07.2011, Donaueschingen, Platz am Hanselbrunnen

Mittwoch, 06.07.2011, Ludwigsburg, Marktplatz

Donnerstag, 07.07.2011, Vaihingen/Enz, Marktplatz

Freitag, 08.07.2011, Winnenden, Marktplatz.

 

Text: Michael Wenzel/TTVWH

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