Menü

Sehr gute Landesmeisterschaften in Reutlingen am Tor zur schwäbischen Alb - Lokalmatadorin Alexandra Schankula und der Neckarsulmer Julian Mohr setzen sich in Reutlingen die Krone auf

2016 01 Mohr JulianReutlingen - Alexandra Schankula und Julian Mohr (Foto links) heißen die neuen baden-württembergischen Meister. In der traditionsreichen Oskar-Kalbfell-Halle in Reutlingen setzten sich die Betzinger Regionalliga-Spitzenspielerin und der Drittligaakteur von der Neckarsulmer Sportunion verdientermaßen durch. Der gastgebende TTC Reutlingen sorgte für das würdige Ambiente der Großveranstaltung, die nur hinsichtlich der Teilnehmerresonanz für Sorgenfalten bei den Turnierverantwortlichen sorgte.

Die Übersicht aller Ergebnisse des Qualifikations-Turniers vom Samstag gibt es HIER

Die Übersicht aller Ergebnisse der Meisterschaft vom Sonntag gibt es HIER

Die Übersicht aller Platzierungen vom Sonntag gibt es HIER

Mit 62 Herren und zwölf Damen im Qualifikationsturnier am ersten Turniertag blieb die Teilnehmeranzahl bei den baden-württembergischen Meisterschaften etwas hinter den Erwartungen zurück. Bei Turnierleiterin Petra Reinhardt (NSU Neckarsulm) ließ sich eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. „Es waren auch schon mal hundert Männer, die am ersten Tag um die Qualifikation für das Hauptturnier kämpften. Dabei liegt doch Reutlingen eigentlich recht verkehrsgünstig und zentral. Ein Verein aus Baden hat kurzfristig sieben Akteure abgemeldet“, resümierte die TTVWH-Beauftragte im Ressort Erwachsenensport. Für zusätzliche Arbeit sorgte die Koordination der zahlreichen kurzfristigen Zu- und Absagen, die Petra Reinhardt jedoch mit der notwendigen Souveränität meisterte.         

Der sportlichen Qualität tat die im Vergleich zu den Vorjahren gesunkene Teilnehmerzahl indes keinen Abbruch. So qualifizierten sich am ersten Tag jeweils acht Damen und Herren für das Hauptturnier am Sonntag, darunter die Gruppensieger Anja Skokanitsch (TSV Herrlingen) und Katharina Huber (SSV Schönmünzach) sowie die Untertürkheimer Oberligaspieler Gabriel Gaa und Oljeg Basaric und der erst 12-jährige Uros Bojic aus Bietigheim-Bissingen.

Alexandra Schankula TSV Betzingen 01Die beiden Topgesetzten Alexandra Schankula (Foto rechts) vom TSV Betzingen, vielen noch besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Urban, und Lilli Eise vom Zweitligisten ESV Weil/Rhein setzten dem Hauptturnier dann auch ihren Stempel auf. Schankula marschierte ohne Satzverlust durch die KO-Runden, Lilli Eise gab lediglich im Youngsterduell gegen Wenna Tu (TB Wilferdingen) einen Satz ab. In der Vorschlussrunde konnte die junge Mutter Alexandra Schankula der Top48-Bundesranglistensiegerin Anastasia Bondareva den Schneid abkaufen und setzte sich glatt durch, Lilli Eise hielt sich gegen Süßens Katharina Binder beim 4:0 ebenso schadlos. Im Endspiel spielte die in der Regionalliga aktuell ungeschlagene Alexandra Schankula ihre ganze Routine aus. Zwar hielt die junge Südbadenerin Lilli Eise lange Zeit die Partie offen und gewann auch den zweiten Durchgang, doch nach den jeweils mit 11:13 verlorengegangenen Sätzen drei und vier war der Widerstand gebrochen und Lokalmatadorin Schankula – zum zweiten Mal nach 2009 – den Titelgewinn, mit dem sie zudem das Ticket zu den Deutschen Meisterschaften im März in Bielefeld löste.

Kathrin Hessenthaler Lisa Mayer NSU Neckarsulm 01Mächtig strecken mussten sich Kathrin Hessenthaler und Lisa Mayer (Foto links), um am Ende in der Doppelkonkurrenz ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. In allen vier KO-Runden mussten die beiden Neckarsulmer Spielerinnen Rückstände aufholen, darunter ein 0:2-Satzrückstand in der ersten Runde gegen Alina Frey/Hannah Sauter (VfL Sindelfingen/TTC Mühringen) und im Viertelfinale ein weiteres 0:2 gegen Alexandra Schankula/Anja Skokanitsch. Beflügelt von den erfolgreichen Auftritten mit Happy-End setzten sich die beiden Drittligaspielerinnen auch im Halbfinale mit 3:2 Sätzen gegen Rebecca Matthes/Jana Kirner (NSU Neckarsulm/TB Wilferdingen) und im Endspiel mit 5:11, 11:8, 8:11, 11:9 und 11:9 gegen Celine Gruber und Verena Volz von der TTG Süßen durch.

Julian Mohr NSU Neckarsulm 01Die Partie zwischen Julian Mohr (NSU Neckarsulm - Foto rechts) und Florian Bluhm (ASV Grünwettersbach) stellte für viele das vorweggenommene Endspiel im Herren-Wettbewerb dar, nachdem Topfavorit Roman Rosenberg (SV Salamander Kornwestheim) kurzfristig nicht zum Turnier antrat. Der blendend aufgelegte Angriffsspieler Julia Mohr, der sich seit zwei Jahren rein auf den Tischtennissport konzentriert und in diesem Jahr ein Studium beginnt,  lieferte sich mit dem Defensivkünstler aus Baden eine packende Halbfinalpartie, in der sich Mohr – wie schon in der Vorrunde in der dritten Liga – durchsetzte. Marlon Spieß ASV Grünwettersbach 01Im zweiten Halbfinale profitierte der Grünwettersbacher Marlon Spieß (Foto links) von einer mehrminütigen Pause auf Grund störender Sonnenstrahlen durch das Hallenfenster. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Manuel Mangold (SpVgg Gröningen-Satteldorf) diverse Vorteile auf seiner Seite, doch eine 9:6-Führung im dritten Durchgang reichte nach der Spielunterbrechung nicht aus. So setzte sich Spieß in fünf Sätzen durch. Hochklassig ging es dann auch im Endspiel zwischen Mohr und Spieß zu, doch der Neckarsulmer war an diesem Tag nicht zu bezwingen und holte sich mit 11:7, 7:11, 11:8, 11:5 und 13:11 den Titel des baden-württembergischen Einzelmeisters.

Julian Mohr Christian Back NSU NEckarsulm 01Neben dem Titel im Einzel holte sich Julian Mohr auch Gold im Doppel. An der Seite seines Vereinskollegen Christian Back (Foto rechts) ging es bereits im Halbfinale gegen Manuel Mangold/Marius Henninger über die volle Fünfsatzdistanz, doch der entscheidende Durchgang wurde klar mit 11:2 gewonnen. Noch spannender ging es im Endspiel gegen Gabriel Gaa/Tom Mayer (TB Untertürkheim/TTC Weinheim) zur Sache. Mohr/Back wehrten in der Schlussphase des fünften Satzes gleich drei Matchbälle ab und bejubelten mit 14:12 noch den Titelgewinn. Mit dem Gewinn der Silbermedaille konnten Gaa/Mayer jedoch auch gut leben.

Das Schiedsrichter-Team um Eckhard Mayer (Bezirk Ludwigsburg) hatte vor allem am ersten Turniertag einiges an Zusatzarbeit zu leisten. Diverse Schläger der Turnierteilnehmer erfüllten nicht immer die Kriterien in puncto Belagdicke oder Schadstoffkonzentration. So musste in mehreren Fällen zum Ersatzschläger gegriffen werden.

Mit seinem rührigen und routinierten Team sorgte Hartmut Fach, der erste Vorsitzende des durchführenden TTC Reutlingen, für ein gelungenes Turnierambiente, das den Baden-Württembergischen Meisterschaften würdig war. Die Reutlinger organisierten den Transport sowie den Auf- und Abbau der Wettkampftische, erstellten in Zusammenarbeit mit Sponsoren ein kleines Turnierheft und sorgten für das leibliche Wohl ihrer Gäste. Nebenbei galt es noch, die Lokalität des Verbandsausschusses zu organisieren, der am Samstag in unmittelbarer Nähe der Sporthalle durchgeführt wurde.

Text: Thomas Holzapfel | Foto: Volker Arnold

 

Tischtennisverband Württemberg Hohenzollern | Impressum | Login

Zum Seitenanfang