Berichte aus dem Einzelsport Damen/Herren - 31.03.2008

BaWü-Teilnehmer mit starker Bilanz bei DM in Hamburg

Das Resümee von Bernd Kaltenbach fiel am Sonntag abend durchweg positiv aus: ‚Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal eine DM mit so vielen Podestplätzen der baden-württembergischen Vertreter hatten. Auch die Organisation und das Drumherum in Hamburg erwiesen sich als durchweg zufriedenstellend.’
Es war die erste längere Strecke, die die Verantwortlichen mit dem neu angeschafften TTVWH-Bus unternahmen. Von Stuttgart nach Hamburg und zurück – das neue Fahrzeug erfuhr seine erste große Bewährungsprobe.
 
Aus sportlicher Sicht sorgte der für Oberliga-Tabellenführer ASV Grünwettersbach startende Spielertrainer Lei Yang (Bild) für Furore. Der 30-jährige, der vor einiger Zeit noch beim damaligen Bundesligisten TSV Gräfelfing spielte und erstmals an einer DM teilnahm, lehrte der Konkurrenz im Herren-Einzel das Fürchten, überstand die Vorrunde als Zweiter in der Vierergruppe und steigerte sich von Spiel zu Spiel. Bernd Kaltenbach: ‚Nach dem ersten Turniertag hatte man schon befürchtet, Lei Yang hätte sich eine Zerrung oder derartiges zugezogen. Schließlich war er es seit seinen Gräfelfinger Zeiten nicht mehr gewohnt, mehrere Spiele auf einem derartig hohen Niveau zu bestreiten.’ Aber über Nacht wurde der Akku wieder aufgeladen. Am Samstag sorgte Lei Yang für den ersten Paukenschlag, als er im Achtelfinale gegen Deutschlands ‚Mister Tischtennis’ Jörg Roßkopf in sechs Sätzen die Oberhand behielt. Nach einem Erfolg gegen Nico Christ gelang dann am Sonntag der große Coup. Titelverteidiger Timo Boll, der die DM nach mehrwöchiger Verletzungszeit zum Aufbautraining nutzte, wollte natürlich dennoch den Sprung ins Finale schaffen. Aber es kam anders, Lei Yang schlug den Weltranglisten-Fünften in sieben Sätzen. Erst im Endspiel wurde der Siegeszug des 30-jährigen, der sich als Ungesetzter in die Hauptrunde spielte, vor 2200 Zuschauern gestoppt. Gegen Torben Wosik hatte er sogar Matchball, unterlag aber dann doch in sieben Sätzen. Seine Niederlage (7:11, 11:4, 11:8, 9:11, 11:7, 10:12, 5:11) nahm Lei Yang sportlich: "Ich bin hergekommen, um Spaß zu haben. Ich dachte, ich fliege in der ersten Runde raus und schaue mir dann die Stadt an. Dass es der zweite Platz geworden ist, freut mich natürlich."
 
Lei Yang 1
 
 
Erfolgreich im Einzel waren weitere TTVBW-Teilnehmer. So überstanden David Steinle (TTF Liebherr Ochsenhausen), Markus Teichert (SSV Reutlingen) und Björn Baum (TTC Weinheim) die Vorrunde. Für Markus Teichert war erst im Achtelfinale nach einer Bravourleistung gegen Timo Boll Endstation, Bernd Kaltenbach sprach hier vom wohl ‚spektakulärsten Spiel dieser Titelkämpfe’. Genauso wie für Teichert erging es Patrick Baum (TTC Frickenhausen), der im Achtelfinale in sieben Sätzen gegen Steffen Mengel unterlag.
 
Im Herren-Doppel spielte Björn Baum an der Seite des Berliners Sebastian Borchardt ein starkes Turnier, was mit dem Sprung auf’s Treppchen belohnt wurde. Erst im Halbfinale mussten die beiden der Formation Stehle/Roßkopf gratulieren. Noch besser machte es Björns 20-jähriger Bruder Patrick Baum, der mit Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov eine starke Größe an seiner Seite hatte. Gegen Stehle/Roßkopf behielt das junge Doppel in teilweise hart umkämpften sieben Sätzen (11:3, 9:11, 11:9, 7:11, 11:7, 8:11, 13:11) die Oberhand und sicherte sich den Meistertitel. Im siebten Durchgang lagen Baum/Ovtcharov bereits mit 4:9 in Rückstand.
 
Im Damen-Einzel gelang Nationalspielerin Elke Wosik (TV Busenbach) nicht ganz unerwartet der Sprung ins Endspiel, auch wenn sie mit Vereinskameradin Kristin Silbereisen in der Vorschlussrunde eine hohe Hürde überspringen musste. Auch im vierten Finalanlauf reichte es der 34-jährigen jedoch nicht zum erstmaligen Gewinn des Einzeltitels, die Berlinerin Tanja Hain-Hofmann gewann mit 11:6, 6:11, 11:8, 11:8, 5:11, 8:11, 11:4.
 
Aus baden-württembergischer Sicht schafften Paloma Ballmann (SV Neckarsulm) und Petra Heuberger (SV Böblingen) den Sprung ins Hauptfeld, die Youngsters Nora Köhler vom MTV Stuttgart (Kaltenbach: ‚Sie war bei ihrer ersten DM-Teilnahme noch etwas nervös) und Christine Koch vom DJK Offenburg zahlten noch Lehrgeld. Paloma Ballmann gelang in der Hauptrunde immerhin ein Satzgewinn gegen Nationalspielerin Amelie Solja, Petra Heuberger bei der Niederlage gegen Martina Erhardsberger deren zwei. Bei den gesetzten Spielerinnen schaffte es Irene Ivancan (SV Böblingen) mit ihrem imposanten Abwehrspiel ins Viertelfinale, in dem sie jedoch Alexandra Scheld gratulieren musste. Genauso erging es Laura Stumper (TV Busenbach), die in der Runde der besten Acht gegen die spätere Siegerin Tanja Hain-Hofmann unterlag.
 
Gleich mit vier Spielerinnen aus Baden-Württemberg wartete das Halbfinale im Damen-Doppel auf. Die Böblingerinnen Irene Ivancan und Petra Heuberger unterlagen dabei gegen die späteren Turniersieger Bollmeier/Scheld genauso klar in vier Sätzen wie Laura Stumper/Kristin Silbereisen gegen Hain-Hofmann/Solja. Dennoch: Mit zwei dritten Plätzen kann sich die Bilanz der BaWü-Teilnehmer auch in dieser Konkurrenz sehen lassen.
 
Ergebnisse:

Herren Gruppe 1 - 4
                                                                Damen Gruppe 1 - 4
Herren Gruppe 5 - 8
                                                                Damen Gruppe 5 - 8
Herren Einzel Endrunde
                                                                Damen Einzel Endrunde
Herren Doppel
                                                                Damen Doppel


(Eintrag vom: 31.03.2008 - letzte Änderung: 01.04.2008)


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