Menü

Überblick ratiopharm ArenaFoto 1: Die Ratiopharm-Arena bildet mittlerweile eine gewohnte Kulisse für Spitzentischtennis. Die Ränge waren am Wochenende bestens gefüllt.

Was das Final-Four zum Zuschauermagnet macht

Sechs Stunden Busfahrt, knapp 500 Kilometer auf der Straße spulte Nils Schimann ab, um seine Düsseldorfer beim Pokalfinale in Neu-Ulm zu unterstützen. Zum zweiten Mal brachen er und seine Freunde des Fanclubs „BFC 17“ zur Donaustadt auf. Nils Schimann gehört zu den Fans, die nun wohl jährlich die lange Anreise in Kauf nehmen müssen, um ihre Borussia zum Pokalsieg zu peitschen. Denn das Konzept der TTBL soll es sein, das Pokalfinale dauerhaft in der Ratiopharm-Arena auszutragen. Doch über dieses Konzept freuen sich nicht nur Fans aus der Ulmer Region.

So lange die Ränge gefüllt sind, gibt es für die TTBL auch keinen Anlass, das Event woanders zu veranstalten. Mit 3900 Zuschauern knackte die TTBL beim Pokalfinale am Wochenende sogar den Zuschauerrekord – ausverkauft. Das Konzept geht also auf. Doch was bedeutet das für auswärtige Tischtennisfans?

Fans DüsseldorfFoto 2: Mitglieder des „Fanclub BFC-17“ (vorne) sieht das Final-Four als Wochenendausflug an. Über die lange Anreise halten sich die Klagen in Grenzen.

Nils Schimann antwortet schmunzelnd: „Eine lustige Fahrt, ein schönes Wochenende in Ulm und eine tolle Stimmung in der Halle.“ Mit Schal, Trikot, Trommeln und vor allem einem lauten Organ war der BFC-17 Fanclub bestens gerüstet sich in der Halle bemerkbar zu machen. In der ersten Reihe hing ein Transparent: „Borussia Düsseldorf. Wir sind die Fans – wir stehn‘ zu Dir“ lautet das Signal an die Mannschaft. Es ist davon auszugehen, dass es die Borussia auch ins nächste Pokalfinale nach Neu-Ulm schafft. Nils Schimann will auch dann wieder dabei sein. Er glaubt nicht, dass der Ausflug nach Ulm irgendwann langweilig werde. „Ich sehe das als schönen Wochenendausflug mit Freunden an.“ Eine Nacht verbrachten die Schlachtenbummler im Hotel. Arbeiten muss Nils Schimann am Wochenende nicht – glücklicherweise. Und mit seiner Meinung stünde er in Düsseldorfer Fankreisen auch nicht alleine da. „Im Grunde freuen sich die meisten auf die Reise – auch die älteren Fans.“

Fans SaarbrückenFoto 3: Mit Bussen reisten zirka 100 Saarbrücker Fans nach Neu-Ulm und machten sich lautstark bemerkbar.

Auf eine Übernachtung verzichtete Stefan Dederichs am Pokalwochenende. Mit über vier Stunden Busfahrt musste auch er große Anreisestrapazen auf sich nehmen. Er ist Mitglied des 1.FC Saarbrücken. Am Wochenende feuerte er seine Vereinskollegen an, zusammen mit zirka 100 anderen Saarbrücker Fans. „Die Stimmung in der Halle ist es mir definitiv wert“, betont er. In der Nähe von Saarbrucken sehe er ohnehin keine Halle, in der ein solches Event vergleichbar durchzuführen wäre. In der Stuttgarter Porsche-Arena sei das Pokalfinale zudem nicht so gut angekommen, wie in Neu-Ulm. „Die Voraussetzungen hier sind einfach ideal. Vielleicht wird es ja Tradition, das Pokalfinale immer in dieser Halle auszutragen.“

Andreas Haßler aus Merklingen (Laichinger Alb) ist es gewohnt, weite Wege auf sich zu nehmen, um Spitzentischtennis zu sehen. Seit mehr als 20 Jahren reise er dafür sogar ins Ausland. In diesem Jahr seien ihm solche Ausflüge jedoch nicht möglich. „Daher genieße ich das Pokalfinale heute umso mehr“, erzählt Andreas Haßler. Denn im Gegensatz zu internationalen Events findet das Pokalfinale in unmittelbarer Nähe zu seinem Wohnort statt. Bei allen drei Final-Four Austragungen sei er deshalb als Zuschauer dabei gewesen. Die kurze Anfahrt sei nicht nur für ihn selbst eine Gelegenheit, Tischtennis auf höchstem Niveau zu bestaunen. „Auch für die Jugendlichen im Ulmer Bezirk ist es eine schöne Gelegenheit, einmal Profitischtennis zu sehen.“

Auch Hans-Georg Hagmeyer aus Nellingen (Laichinger Alb) freue sich über die „hochkarätige“ Tischtennisveranstaltung in unmittelbarer Nähe. „Profitischtennis ist ansonsten absolute Mangelware in der Region.“ Mit der TTF Liebherr Ochsenhausen ist ein Bundesligaverein gut erreichbar. „Dorthin muss ich aber auch 80 Kilometer fahren. Dies regelmäßig zu machen, ist auch schon ziemlich aufwendig.“

Die Gelegenheit kann Hans-Georg Hagmeyer wohl auch im nächsten Jahr wieder wahrnehmen. Denn lange die Menschen in die Ratiopharm-Arena strömen, will die TTBL ihr Konzept in Neu-Ulm weiterverfolgen. Geschäftsführer Nico Stehle sah am Wochenende sogar eine „Weiterentwicklung“ im Vergleich zum vergangenen Jahr. „Die Rahmenbedingungen sind weiterhin optimal. Wir setzen alles daran, dass wir auch im kommenden Jahr in der Ratiopharm-Arena sein werden.“

Bericht: Christian Scharbert

Fotos: Reinhard Arras

 

 

 

Tischtennisverband Württemberg Hohenzollern | Impressum | Login

Zum Seitenanfang