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TTPokalfinale2018IMG 4002klDas am vergangenen Samstag ausgetragene Liebherr Pokal Final-Four 2018 war sowohl aus sportlicher als auch aus organisatorischer Sicht ein voller Erfolg, die ausverkaufte Halle spricht definitiv dafür. Untenstehend finden Sie eine ausführliche Nachbetrachtung der einzelnen Partien sowie einige Kommentare der Akteure.

Düsseldorf erneut nicht zu schlagen – Ochsenhausen verpasst Halbfinale knapp

Ein unglücklicher Lokalmatador, ein Superstar in Topform und ein Finalgegner, der weiterhin hungrig auf den Titel bleiben will. Was das TTBL-Pokalfinale in Neu-Ulm am Samstag aber vor allem ausgemacht hat, ist ein erneut strahlender Seriensieger, der vor 3900 Zuschauern wieder nicht zu schlagen war. Mit zwei 3:0-Erfolgen wurde Borussia Düsseldorf der Favoritenrolle gerecht und holte den Pott erneut nach Westfalen. Finalgegner war wie im vergangenen Jahr der 1.FC Saarbrücken. Der Weg war steiniger, als es sich auf dem Papier liest. Zum ersten Mal seit das TTBL-Final Four in der ratiopharm-Arena stattfindet, war mit der TTF Liebherr Ochsenhausen auch ein TTVWH-Team dabei. Der Auftritt der Oberschwaben war gut, aber unglücklich.

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Foto 1: Ein enttäuschter Patrick Baum muss den Düsseldorfern wie im vergangenen Jahr zum Finalsieg gratulieren.

Gewohnt kurzen Prozess machten Timo Boll und seine Düsseldorfer im ersten Halbfinale gegen den SV Werder Bremen. Der Weltranglistendritte brachte die Borussia souverän mit 3:0 gegen Hunor Szöcs in Führung. Anton Källberg schaffte gegen Bremens Nummer eins Bastian Steger einen wichtigen Fünfsatzsieg zur Vorentscheidung. Kristian Karlsson verspielte im Duell der „Dreier“ gegen Omar Assar einen 2:0 Vorsprung. Mit 11:9 im Entscheidungssatz setzte sich der Schwede doch gegen den herausragend kämpfenden Bremer durch und machte den Finaleinzug perfekt.

Für die TTF entwickelte sich das Halbfinale zu einem Spiel der vergebenen Chancen. Lange fraglich war der Einsatz von Spitzenspieler Simon Gauzy. Der Franzose stand nach Hüftproblemen im Aufgebot, griff allerdings nicht zum Schläger – keine idealen Voraussetzungen für die Oberschwaben. Jakub Dyjas startete jedoch furios. Gegen Saarbrückens Spitzenspieler Tiago Apolonia führte er im ersten Satz mit 5:1, unterlag aber dennoch in der Satzverlängerung. Der Pole kämpfte und lieferte einen wahren Pokalfight. Diesen nahm der routinierte Apolonia an und erspielte sich mit teils spektakulären Ballwechseln einen 3:2-Erfolg.

Die Vorentscheidung fiel im zweiten Einzel. Hugo Calderano fand gegen Patrick Franziska nicht in sein Spiel. Nach zwei knappen Satzverlusten zu Beginn musste der 21.jährige eine 3:1-Niederlage hinnehmen. Zum Publikumsliebling avancierte Abwehrspieler Yuto Muramatsu, der sich gekonnt gegen Patrick Baum zu einem verdienten 3:1-Erfolg spielte. Diese Initialzündung kam aber zu spät. Denn Tiago Apolonia blieb auch gegen Hugo Calderano nervenstark. Beim Stand von 1:1 in Sätzen wehrte der Portugiese vier Satzbälle ab und sicherte den Saarbrückern mit 3:1 den Finaleinzug.

Enge Spiele zum Finalauftakt

Das Finale begann spannend. Kristian Karlsson schaffte für Düsseldorf einen ersten großen Schritt in Richtung Titelverteidigung. Dabei punktete Karlsson oftmals mit gegengezogenen Bällen – exemplarisch dafür ein herausragender Rückhand-Diagonalball, der im Entscheidungssatz zum 10:7 für den Linkshänder führte. Seinen zweiten Matchball konnte der Schwede dann auch nutzen.

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Foto 2: Kristian Karlsson drehte in den entscheidenden Momenten auf und legte den Grundstein zur Titelverteidigung.

„Ich wusste, dass ich mein Spiel hätte gewinnen müssen, um eine Chance auf den Titel zu haben. Nach der Auftaktniederlage wurde es natürlich schwerer“, lautete das Fazit von Patrick Franziska. Denn darauf trat der Meister an den Tisch: Die Begegnung zweier Einzeleuropameister Timo Boll gegen Tiago Apolonia klingt schon nach einem wahren Tischtennis-Leckerbissen. Die Partie hielt, was sie versprach. Apolonia erwischte einen Blitzstart und ging schnell mit 1:0 Sätzen in Führung. Boll glich in einem knappen zweiten Satz aus – für Düsseldorfs Trainer Danny Heister der Knackpunkt des Spiels: „Hätte Timo den zweiten Satz verloren, wäre es eng geworden.“ Dann aber zeigte Timo Boll seine derzeitige Topform. Der Rekordeuropameister ging ein Tempo, dem Apolonia nicht mehr gewachsen war und holte sich in zwei deutlichen Sätzen den 3:1-Erfolg.

„Nicht mehr frisch genug“

Bei Patrick Baum war gegen Anton Källberg im entscheidenden dritten Einzel sichtlich die Luft raus. Deutlich bezwang Källberg den deutschen Nationalspieler und sicherte den Düsseldorfern den umjubelten Pokalsieg.

Mit zwei 3:0-Erfolgen zur Titelverteidigung – das liest sich deutlicher, als es gewesen sei, betonte Timo Boll. „Wir hatten ein paar brenzlige Situationen zu überstehen, die wir dann gemeistert haben. Das sieht immer leichter aus, als es ist sich jedes Jahr auf das Neue den Schalter umzulegen. Die Motivation wird von Titel zu Titel nicht unbedingt größer.“ Für Trainer Danny Heister sei der Auftritt der Düsseldorfer trotzdem ein „Riesen Final-Four“ gewesen.

Die unterlegenen Saarbrücker seien mit der Finalteilnahme zwar „zufrieden“, so Trainer Slobodan Grujic. Dennoch wäre mit anderen Voraussetzungen mehr drin gewesen. „Wir hatten ein sehr kräftezehrendes Halbfinale zu spielen. Wir waren im Finale nicht mehr frisch genug.“

Autor: Christian Scharbert

Bilder: Reinhard Arras

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