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Die Tischtennis Fan-Gruppe des TV Merklingen reiste anlässlich ihres 30 jährigen Bestehens zum Europe Top 16 nach Antibes (zwischen Nizza und Cannes)/Frankreich

5Das geflügelte Sprichwort des deutschen Dichters Matthias Claudius (+ 1815) „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“, hat sich die bereits 1987 gegründete Tischtennis Fan–Gruppe des TV Merklingen schon früh zu ihrem Motto gemacht. Mit insgesamt acht Personen ging die Jubiläums Fan-Reise vom 2. bis 06. Februar zum Europe Top 16, dem europäischen Tischtennis – Ranglisten –Turnier der besten Damen und Herren Europas, nach Antibes. Mit ihren rund 76000 Einwohnern zählt Antibes, als eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städten der Cote d´Azur, zu den Perlen des Mittelmeeres.

Das überaus traditionsreiche Europe Top 16 Tischtennis – Ranglisten – Turnier dient dem Tischtennis Weltverband (ITTF) und der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU) als Qualifikation zum Weltcup, der vom 20. bis 22. Oktober diesen Jahres in Lüttich/Belgien (für die Herren) bzw. 27. bis 29. Oktober in Markham/Kanada (für die Damen) stattfindet.

Begonnen hat für die Fan-Gruppe alles bereits Anfang 1987, als sich vier Tischtennisspieler des TV Merklingen kurz entschlossen auf den Weg nach Basel in die St. Jakob-Halle machten, um die besten 1Spielerinnen und Spieler Europas zu sehen. Als Spieler mit dabei waren damals auch noch die junge schwedische Garde um Jan-Ove Waldner, Jörgen Persson, Mikael Appelgren, Erik Lindt sowie der derzeitige schwedische Herren - Nationaltrainer Ulf Carlson. Die unglaublichen und unfassbaren Ballwechsel dieser genialen Tischtennisartisten veranlasste die TVM - Akteure auch in den Folgejahren regelmäßig immer wieder das Europe Top 12 (später in Europe Top 16 umbenannt) zu besuchen. So wurde mit den Jahren die Liste der besuchten Städte, wie Ljubljana(JUG/88), Wien (AUT/92), Kopenhagen (DEN/1993 + 2006), Arezzo (ITA/1994 + 2007), Dijon (FRA/1995), Halmstad (SWE/98), Split (KRO/99), Rotterdam (NED/2002), Rennes (FRA/2005), Lüttich (BEL/2011), Lausanne (SUI/2014), Lyon (FRA/2012) und Gondomar/Porto (POR 2016), neben vielen anderen natürlich, immer länger.

Nach einer ausführlichen und umfassenden Reisevorbereitung durch TVM – TT – Abteilungsleiter Hans-Peter Wörtz (komplette Reise und Organisation) sowie richtig genial unterstützt durch Bernhard Grosso (Eintritt und Übernachtung), den Turnierdirektor des Europe Top 16 aus Antibes und Mike Steeb (Verpflegung und neue Fan-Jacken), ging es am frühen Morgen des 02. Februar, mit zwei Autos Richtung Ulm/Hauptbahnhof, endlich los. Bevor von dort sieben Teilnehmer den französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV, zur viereinhalbstündigen Fahrt nach Paris nahmen, wurde im Ulmer Bahnhof noch ein kleines Frühstück eingenommen. In Paris hieß es dann vom Bahnhof „Gare Est“ zum Bahnhof „Gare de Lyon“ zu wechseln und noch einmal fünfeinhalb interessante Stunden im TGV zu verbringen. Ein Teilnehmer flog von Zürich aus nach Nizza, und traf dort genau zeitgleich mit der „TGV – Reisegruppe“ kurz nach 20 Uhr in Antibes am Bahnhof ein.  

2Dort wurden die Reisenden von einem eher untypischen Regenwetter bei 14 Grad begrüßt. Nach einem kurzen Fußmarsch zum Apart – Hotel Resideal Antibes, nahe dem Hafen, wurden die Zimmer bezogen und im Anschluss ein Restaurant fürs dringend nötige Abendessen aufgesucht. Danach war dann für alle Nachruhe angesagt, da die Reisestrapazen doch nicht so ganz unerheblich waren. Am Freitagmorgen, nach dem Frühstück, kurz vor 9 Uhr, machten sich die Reiseteilnehmer mit dem Bus der Linie 1, auf den Weg zur „Azur – Arena, einer erst 2013 erbauten neuen prächtigen Sporthalle, in der normalerweise die „Azur-Sharks“, eine dort beheimatete Basketball Mannschaft spielen.  Alle Teilnehmer waren schon sehr auf die kommenden drei Tage und die vielen Tischtennisspiele gespannt.

Dort gab es nach dem eintreffen der Fan-Gruppe sogleich eine sehr herzliche Begrüßung durch Françoise Grosso, die Ehefrau des Turnierdirektors und gute Fee der Verpflegung, die alle überschwänglich in Empfang nahm und auch während der drei Tage richtig toll und fürsorglich umsorgte. Überhaupt hatte die Fan-Gruppe, in den letzten 30 Jahren, nie eine solch tolle Vorbereitung mit Beschaffung der Eintrittskarten und Übernachtung, sowie auch jeweils den abendlichen Transport von der Halle zurück zum Hotel, durch den Ausrichter, erlebt. Ein wirklich bisher richtig einmaliges Erlebnis.3

Erst einmal in der Halle, machten sich alle, nach anbringen der Fan-Fahne, daran, das deutsche Team um Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll, Petrissa Solja und Sabine Winter in ihren Partien anzufeuern und kräftig zu unterstützen. Richtig viele unglaubliche und äußerst tolle Ballwechsel gab es für die Tischtennis-Fans, in der vor Spannung knisternden aber am ersten Tag nur zu gut einem Drittel besetzten Veranstaltungshalle zu bewundern. An Verpflegung hingegen gab es keinen Mangel. Mit „Schinken – Käse-“, „Salami-“, „Thunfisch-“ und „Hähnchen – Baguette, Crepes mit Nutella, viele verschiedene Kuchen sowie Apfeltaschen und Buttercroissant gab es neben vielen Getränken eine recht reichhaltige Auswahl. Am ersten Turniertag schlugen sich alle Aktiven und auch die Merklinger Fans sehr wacker. Es wurde von 10 Uhr in der Früh bis um 22.30 Uhr am Abend gespielt. Nach diesem ersten harten Turniertag fielen alle, nach der Rückkehr ins Hotel, sofort in einen tiefen Schlaf.

Gut ausgeruht traten aber dann alle am frühen Samstagmorgen wieder den Weg in die Halle an. Auch am Samstag gaben alle deutschen Akteure noch einmal Vollgas. Lediglich Timo Boll musste nach seiner 2:4 Niederlage gegen den Lokalmatadoren Simon Gauzy, den Weg in die Platzierungsspiele antreten. Konnte sich aber, mit einem 5. Platz und verdienten Siegen über den Kroaten Andrej Gacina und den Portugiesen Thiago Apolonia, schadlos halten. Da auch hier wieder bis fast 22 Uhr gespielt wurde entschloss sich die Fan-Gruppe, vor verlassen der Halle, noch einmal kräftig Proviant einzupacken und zum Verzehr mit ins Hotel zu nehmen..

Eine richtig gute Leistung lieferten dann am Sonntag vor allem Dimitrij „Dima“ Ovtcharov, Petrissa Solja und Sabine Winter ab. Ovtcharov, Solja und Winter waren am Sonntag, zur Freude der Fan-Gruppe, noch um den Turniersieg im Rennen. Die Fan – Gruppe dagegen hatte vor den Halbfinals, auch noch einmal Anlass zum Strahlen. Der Veranstalter bat die Teilnehmer in den VIP – Bereich, wo direkt neben und vor Michael Geiger, dem Präsidenten des Deutschen Tischtennis – Bundes Plätze reserviert worden waren, damit die Fans auch nach dem Finale zu ihren Bildern und Kontakten mit den Spielern kamen.

4Nach einem klaren 4:0 Sieg gegen den Österreicher Stefan Fegerl in Viertelfinale und einem 4:3 Zittersieg über den Ukrainer Kou Lei im Halbfinale, legte „Dima“ Ovtcharov dann im Finale, mit seinem 4:2 Erfolg über den Russen Alexander Shibaev ein besonderes Meisterstück ab. Mit dem bereits vierten Turniersieg beim Europe Top 16, dem dritten in Folge, bewies die derzeitige europäische Nummer 1 der Herren erneut seine augenblickliche Ausnahmestellung. Bei den Damen belegte Sabine Winter nach einem 4:3 Erfolg über die Österreicherin „Susi“ Liu Jia einen nie erwarteten dritten Platz, während Petrissa Solja im Finale gegen die Niederländerin Li Jie, nach einer heftigen Zerrung in der Schulter, zur Aufgabe gezwungen war. Nach dem Finale und der Siegerehrung bedankten Ovtcharov, Solja und Winter sich dann persönlich, für die sehr lautstarke Unterstützung der Fan-Gruppe, mit einigen gemeinsamen Gruppenbildern.

Nach dem Turnier gab es dann für die Fan-Gruppe vom Ausrichter noch eine besondere Überraschung. Da während der Tage wenig Zeit war, sich die Stadt anzuschauen, gab es eine Stadtführung der besonderen Art, durch die malerischen Winkel und Gassen, der einen entzückenden französischen Charme versprühenden und direkt am Meer gelegenen Altstadt. In Antibes trifft Gegenwart auf Vergangenheit. Neben einem Hafen mit hochmodernen und riesig großen Jachten, kann der Urlauber hier auch das antiquierte Grimaldi – Schloss, welches zum Picasso-Museum gehört und reich an außergewöhnlichen Kunstschätzen ist, besuchen. Die Sarazenischen Türme, die Kathedrale und auch das berühmte „Liebespaar“ aus dem Museum Peynet ist in der ganzen Welt populär und untrennbar mit Antibes verbunden. 3000 Jahre Geschichte überwacht das Fort Carré am Eingang dieser bezaubernden und pulsierenden Stadt.

Die Fan–Gruppe war von allem tief beeindruckt.

Nach einem kleinen Schlummertrunk ging es dann etwas früher als sonst ins Bett. Früh morgens um 5.45 Uhr klingelte der Wecker um auch pünktlich den „TGV“ zurück nach Paris und von dort nach Ulm, zu erreichen. Am späten Montagabend gegen 21.30 Uhr waren dann alle Reiseteilnehmer, mit richtig vielen und wirklich beeindruckenden Reiseerinnerungen beladen, wieder Zuhause gelandet.

„Das Schönste bleibt stets, heimzukehren“, lautet ein anderes Sprichwort. Noch steht der Austragungsort 2018 für das nächste Europe Top 16 nicht fest. Doch schon jetzt sind alle Teilnehmer dieser Reise schon wieder sehr begierig, wo es wohl hingehen wird.

Bild 1:  TVM - Tischtennis-Fan-Gruppe mit Dimitrij Ovtcharov, Petrissa Solja und Sabine Winter (v.l.n.r.: Tobias Harder, Uli Franz, Dimitrij Ovtcharov, Hans-Peter Wörtz, Petrissa Solja, Andreas Haßler, Sabine Winter, Heide Staudenmayer, Benjamin Hack, Peter Gugel und Mike Steeb)

Bild 2:  TVM - Tischtennis-Fan-Gruppe in den Zuschauer-Rängen 

Bild 3: TVM – Tischtennis – Fan – Gruppe mit Fahne (v.l.n.r.: Benjamin Hack, Tobias Harder, Andreas Haßler, Mike Steeb, Peter Gugel, Hans-Peter Wörtz, es fehlt Heide Staudenmayer)

Bild 4:  TVM - Tischtennis-Fan-Gruppe (v.l.n.r.: Hans-Peter Wörtz, Andreas Haßler, Peter Gugel, Mike Steeb, Tobias Harder, Uli Franz, Heide Staudenmayer, Benjamin Hack)

Bild 5:   Sabine Winter und Petrissa Solja (v.l.n.r.:   Sabine Winter und Petrissa Solja)

Bericht: Hans-Peter-Wörtz

alle Bilder: Mike Steeb

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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